Düsseldorf stoppt milliardenschweren Opern-Neubau – Sanierung geplant
Düsseldorf stoppt Opern-Neubau – Sanierung geplant

Das milliardenschwere Prestigeprojekt eines neuen Opernhauses in Düsseldorf ist Geschichte. Die Stadtspitze hat die Reißleine gezogen und die Planungen für den Neubau gestoppt. Stattdessen wird das bestehende Opernhaus aus der Nachkriegszeit saniert. Grund sind die immer knapper werdenden finanziellen Mittel der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Oberbürgermeister Keller: Entscheidung fiel schwer

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) gab bekannt, dass die weitere Planung für das neue Opernhaus eingestellt wird. „Die Entscheidung, die Planung für das Projekt Opernhaus der Zukunft zu stoppen, ist mir alles andere als leicht gefallen“, erklärte Keller. Die Stadt begründet diesen Schritt mit den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen, an denen sich die Investitionsplanung ausrichten müsse. Der Spielbetrieb der Deutschen Oper am Rhein sei durch die Sanierung des alten Hauses gesichert.

Kostenexplosion: Aus einer Milliarde wurden 1,8 Milliarden Euro

Wie die „Rheinische Post“ aus Ratskreisen berichtet, steckt Düsseldorf in immer größeren Finanzproblemen. Ursprünglich war ein Kostendeckel von einer Milliarde Euro für den Neubau vorgesehen. Doch unter Berücksichtigung der Finanzierungskosten über 50 Jahre beliefen sich die Gesamtausgaben auf rund 1,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen andere dringende Investitionen wie neue Schulen und eine neue Brücke. Der Stadtrat hatte Ende 2021 den Neubau beschlossen, der nach früheren Angaben mindestens 716 Millionen Euro kosten sollte. Ein Architekturwettbewerb hatte bereits stattgefunden.

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Steuerzahlerbund: Entscheidung überfällig

Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen begrüßte den Stopp als überfällig. „Das ist nicht darstellbar. Das kann sich die Stadt nicht leisten und das kann sie sich auch absehbar nicht leisten“, sagte Sprecherin Bärbel Hildebrand der dpa. Eine Sanierung des alten Gebäudes für einen kleinen Übergangszeitraum, wie ursprünglich geplant, hätte doppelte Ausgaben bedeutet.

Operndirektorin: Schock für Mitarbeiter

In der Deutschen Oper am Rhein löste die Nachricht Bestürzung aus. „Diese Nachricht ist ein Schock für alle Mitarbeitenden der Deutschen Oper am Rhein sowie die mit uns verbundenen Orchester und die vielen Künstlerinnen und Künstler, die hier auftreten und beschäftigt sind“, sagte die geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown. Viel Kreativität, Herzblut und Kraft seien in die Planungen geflossen. Nun müsse geprüft werden, welche Optionen für eine möglichst langfristige unterbrechungsfreie Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im alten Opernhaus bestehen.

Sanierungskosten höher als geplant

Laut Stampler-Brown wird das bisher eingeplante Budget für die Sanierung nicht ausreichen. Dieses sei nur für die allernotwendigsten Maßnahmen gedacht gewesen und nicht für eine Nutzung über die Mitte der 2030er Jahre hinaus. Eine Auslagerung des Spielbetriebs während der Sanierung ist derzeit nicht geplant. Für die kommende Spielzeit 2026/27 hatte die Einrichtung rund 260 Vorstellungen für beide Bühnen in Düsseldorf und Duisburg angekündigt. Die Auslastung in Düsseldorf liegt derzeit bei durchschnittlich 77 Prozent. Insgesamt hat die Oper ab Herbst Aufwendungen von 67,3 Millionen Euro für beide Standorte kalkuliert, wobei die geplanten Zuschüsse der Stadt Düsseldorf 38 Millionen Euro betragen.

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