Schwere Gewitter haben in Berlin zu einem Zwischenfall mit einem S-Bahn-Zug geführt. Ein Zug der Linie S1 prallte am Abend im S-Bahnhof Sundgauer Straße gegen einen herabhängenden Baum, nachdem dieser umgestürzt war. Rund 100 Fahrgäste befanden sich in dem Zug. Die Bundespolizei bestätigte, dass die Fahrgäste zunächst ausharren mussten, bis der Zug seine Fahrt fortsetzen konnte. Bei dem Zusammenstoß splitterte die Frontscheibe des Zuges.
Keine Verletzten nach Zusammenstoß
„Nach jetzigem Stand ist es so, dass keiner verletzt wurde“, erklärte Dienstgruppenleiter Thorsten Peters von der Bundespolizei. Der Zugverkehr der Linie S1 war zwischen Zehlendorf und Botanischer Garten unterbrochen. Nach etwas mehr als einer Stunde fuhren die Züge wieder. „Die Strecke ist wieder freigegeben“, sagte ein Sprecher der S-Bahn.
Die Fahrgäste übten sich in Geduld, wie Ilija Rankic schilderte: „Dann saßen wir halt eine ganze Weile da und haben gewartet, dass was passiert.“
Blitzeinschlag in Pankow beeinträchtigt mehrere Linien
In Pankow führte ein Blitzeinschlag nach Angaben der S-Bahn zu Verspätungen, Ausfällen und Einschränkungen. Betroffen waren die Linien S1, S2, S8 und S85. Wie lange die Beeinträchtigungen dauern sollten, war nach Angaben eines Sprechers zunächst unklar. Die S2 fuhr nur zwischen Lichtenrade und Potsdamer Platz im Zehn-Minuten-Takt. Die S85 verkehrte zunächst nur zwischen dem Flughafen BER und dem Treptower Park. Von dort bis Pankow sollten Fahrgäste die S8 benutzen.
Gewitter in Brandenburg: Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume
In Brandenburg sorgten die Gewitter trotz mehrerer Unwetterwarnungen nicht für größere Einsätze oder Verletzte, wie die Feuerwehr berichtete. Die Gewitter zogen vom Westen über den Süden und Osten des Landes hinweg. Ein Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle in Cottbus sagte, es habe bis zum Abend 13 Einsätze gegeben – teils wegen abgebrochener Baumkronen und wegen eines umgestürzten Baumes auf einer Straße. Die Leitstelle ist für die Stadt Cottbus und die Kreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster zuständig.
In der Stadt Brandenburg an der Havel und den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming zählte die Leitstelle nach Angaben eines Sprechers mindestens zwei vollgelaufene Keller und zwei umgestürzte Bäume. Auch in der Stadt Frankfurt (Oder) und den Kreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland kam es zunächst nicht zu größeren Vorfällen.
Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes
Der Deutsche Wetterdienst hatte vor zum Teil sehr kräftigen Schauern und Gewittern mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen gewarnt. Für mehrere Landkreise wurden Unwetterwarnungen herausgegeben, teils auch vor extremem Gewitter mit Blitzschlägen, umstürzenden Bäumen, möglichen Schäden an Gebäuden und Überflutungen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) warnte vor herunterfallenden Ästen in den Parks.
Wechselhaftes Wochenende und kühlere Aussichten
Am Wochenende beruhige sich das Wetter etwas, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Der Samstag sei mit 23 bis 26 Grad ein Übergangstag mit böigem Wind, bevor am Sonntag der Wetterwechsel spürbar sei. Die Höchsttemperaturen liegen am Sonntag bei 20 bis 22 Grad. Auch die kommende Woche werde wechselhaft und deutlich kühler. Es gebe voraussichtlich auch Schauer und Gewitter.



