Schwere Gewitter in Ostdeutschland: S-Bahn-Unfall in Berlin
Schwere Gewitter: S-Bahn in Berlin ausgefallen

Schwere Gewitter haben am Abend in mehreren ostdeutschen Bundesländern zu zahlreichen Unfällen, Rettungseinsätzen und Verkehrseinschränkungen geführt. Besonders betroffen waren Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. In Berlin kam es zu einem spektakulären Unfall einer S-Bahn mit rund 100 Fahrgästen.

S-Bahn-Unfall in Berlin: Zug prallt gegen Baum

Der Zug der Linie S1 prallte am Abend gegen einen herabhängenden Baum. Bei dem Zusammenstoß splitterte die Frontscheibe, verletzt wurde jedoch niemand. Nach etwa einer Stunde rollten die Züge wieder. „Die Strecke ist wieder freigegeben“, sagte ein Sprecher. In Pankow führte ein Blitzeinschlag nach Angaben der Deutschen Bahn auf zahlreichen Linien zu Verspätungen und Ausfällen. Wie lange die Beeinträchtigungen noch dauern sollen, war zunächst unklar.

Brandenburg: Umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller

Im Raum Cottbus gab es bis zum Abend 13 Einsätze, teilte ein Sprecher der Feuerwehrleitstelle mit. Die Mannschaften mussten vor allem wegen abgebrochener Baumkronen und umgestürzter Bäume ausrücken. In Brandenburg an der Havel und den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming zählte die Leitstelle mindestens zwei vollgelaufene Keller und zwei umgestürzte Bäume.

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Sachsen-Anhalt: Rekordzahl an Einsätzen in kurzer Zeit

In Teilen Sachsen-Anhalts kam es zu etlichen Einsätzen von Feuerwehr und Rettungskräften. Nach Angaben der Leitstellen gab es mindestens 70 Alarmierungen wegen vollgelaufener Keller, überfluteter Straßen und Bäumen oder Ästen auf der Fahrbahn. Verletzt wurde niemand. In Derenburg standen nach einem heftigen Regenguss Straßen unter Wasser, auch Hagel ging nieder. In Ermsleben stand die Bundesstraße 185 im Bereich der Endorfer Straße unter Wasser.

Bei der Feuerwehr in Dessau-Roßlau gingen nach einem heftigen Unwetter mit Starkregen und Gewitter fast im Minutentakt Meldungen über überflutete Keller und Straßen sowie Wassereinbrüche über Dächer ein, teilte die Stadt mit. „Stand 20 Uhr waren es dann insgesamt 121 Einsätze zu Hilfeleistungen und acht Brandeinsätze, die das Unwetter mit Gewitter und Starkregen erforderte“, hieß es. Zeitweise waren knapp 170 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Obwohl das Unwetter nur etwa 20 Minuten dauerte, seien die Folgen erheblich gewesen. „So viele Einsätze in so kurzer Zeit hatten wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr“, wurde Feuerwehrmitarbeiter Marcel Koppehel in der Mitteilung zitiert.

Auf der A36 in Höhe der Anschlussstelle Aschersleben Ost kam es zu einem Unfall. Nach Polizeiangaben war ein Auto mit mehreren Insassen in Richtung Bernburg unterwegs, als es wegen Aquaplaning ins Schleudern geriet. Verletzt wurde dabei niemand.

Sachsen: Stand-up-Paddler von See gerettet

In Sachsen betraf das größte Einsatzgeschehen die Stadt Leipzig. Nach Angaben der Leitstelle wurden Feuerwehren und Rettungskräfte zu insgesamt zwölf Einsätzen gerufen. Starke Winde sorgten für umgefallene Bäume und herabfallende Äste, insbesondere in den Stadtteilen Grünau und Schönau. Auf dem Kulkwitzer See mussten zwei Personen auf Stand-up-Paddel-Boards vom Wasser gerettet werden. Sie hatten offenbar die starken Winde unterschätzt und waren nicht in der Lage, selbstständig ans Ufer zurückzugelangen.

Thüringen: Aquaplaning und schwerer Unfall

Nach Angaben des Lagezentrums in Erfurt gab es zahlreiche umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. In der Innenstadt von Bad Berka stand das Wasser zeitweise bis zu 15 Zentimeter hoch. Die Kanalisation war mit den Regenmengen überfordert. In den Kreisen Hildburghausen und Sonneberg waren die Einsatzkräfte mit der Beseitigung zahlreicher Unwetterschäden beschäftigt. Im Saale-Holzland-Kreis, dem Saale-Orla-Kreis und in Jena sorgten starke Regenfälle und herabgestürzte Äste für viele Einsätze.

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Zu Unfällen wegen Aquaplanings und Verkehrseinschränkungen kam es auf den Autobahnen: Auf der Autobahn 71 nördlich des Erfurter Kreuzes in Fahrtrichtung Sangerhausen geriet ein Fahrzeug ins Schleudern und kollidierte mit den Leitplanken. Die beiden Insassen wurden leicht verletzt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und Stau. Eine vorübergehende Sperrung des rechten Fahrstreifens ist mittlerweile aufgehoben. An der Anschlussstelle Arnstadt Nord kollidierte ein Transporter bei der Auffahrt auf die A71 in Richtung Sangerhausen mit einem Lkw. Die Beifahrerin des Transporterfahrers wurde leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Auch auf der Autobahn A4 in Richtung Dresden zwischen den Anschlussstellen Weimar und Apolda kam ein Transporter wegen Aquaplaning ins Schleudern und kollidierte mit der Leitplanke. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Nach der Bergung des Fahrzeugs sind alle Spuren wieder befahrbar. In Eischleben im Ilm-Kreis kam es nach Polizeiangaben zu einem schweren Unfall. Zwei Autos sind auf der Erfurter Landstraße frontal zusammengestoßen. Einer der beiden Fahrzeuginsassen wurde leicht verletzt. Zu den Verletzungen des Zweiten konnte die Polizei keine Angaben machen. 33 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Die Straße ist an der Unfallstelle derzeit voll gesperrt. Die Unfallursache ist noch unklar.