Sonnenfans, Wassersportler und Grillbegeisterte können sich freuen: Ab heute über das Wochenende wird warmes bis heißes Sommerwetter in Berlin und Brandenburg erwartet. Die Temperaturen steigen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auf über 30 Grad. An bestimmten Orten kann es sogar bis zu 35 Grad warm werden.
Katastrophenschutz warnt vor extremer Hitze
Doch die Hitze kann auch Gefahren bergen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt am Samstag in Berlin vor extremer Hitze. Vor allem in den dicht bebauten Teilen Berlins könne die Belastung zusätzlich steigen, weil es sich nachts weniger abkühle. „Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl“, empfiehlt das Amt.
Auch Berlins Sozialsenatorin, Cansel Kiziltepe (SPD), warnt vor der Hitze. Vor allem für Menschen, die auf der Straße leben, könnten die Temperaturen lebensgefährlich sein. „Ich bitte alle Berlinerinnen und Berliner, weiterhin aufmerksam auf obdachlose Menschen zu achten, die ungeschützt in der Sonne sitzen und hilflos wirken. Sprechen Sie die Menschen auf Augenhöhe an, fragen Sie, ob Hilfe nötig ist und rufen Sie notfalls einen Krankenwagen“, sagte sie.
Gefahren durch Hitze
Hitze kann Schwindel, Verwirrtheit, Erschöpfung oder einen Hitzschlag auslösen. Vor allem Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen, Säuglinge und Kleinkinder seien gefährdet. Der Hitzerekord in Berlin seit Beginn der Aufzeichnungen wird am Wochenende wohl nicht geknackt. Er wurde vom DWD am 30. Juni 2019 in Tempelhof mit 38,5 Grad gemessen.
Gewitter und Abkühlung in Sicht
Örtlich kann es am Nachmittag und im Laufe des Samstags zu Gewittern mit Regen und Sturmböen kommen. Vor allem am Samstag gibt es teilweise stärkere Quellbewölkung mit ansteigender Gewitterneigung. Am Sonntag soll das Wetter heiter bei Temperaturen um die 30 Grad sein.
Volle Freibäder und Politik mit offener Tür
Zahlreiche Veranstaltungen müssen sich am Wochenende auf die Hitze einstellen – oder können von ihr profitieren. Die Freibäder stellen sich auf einen heftigen Andrang ein und verweisen auf den Kauf der Eintrittskarten im Internet. Bei Überfüllung können Bäder ihre Eingänge schließen, das lässt sich aktuell auf der Internetseite der Bäder-Betriebe verfolgen. Auch in den Berliner Parks und an den Seen im Umland sowie der Havel dürfte es voll werden.
Die Bundesregierung lädt derweil zum jährlichen Tag der offenen Tür in das Kanzleramt und die Ministerien. In den Innenräumen ist es meistens klimatisiert, aber Rundgänge mit den vielen Besuchern über die Außenbereiche könnten manchen hohen Politiker ins Schwitzen bringen.
Heißes Tennis, kühle Demo
Zu kämpfen haben auch die Tennisspielerinnen, die beim Profiturnier Berlin Tennis Open in Grunewald die heutigen Viertelfinalspiele, die Halbfinale am Samstag und das Endspiel am Sonntag erreichen. Die Teilnehmer einer erneuten Schwimm-Demonstration „101 Jahre Badeverbot abwählen“ für eine Badeerlaubnis in der Spree können hingegen die hohen Temperaturen in der Innenstadt im Wasser gut genießen.
Erfrischt werden sollen auch einige Zootiere. Am heutigen Nachmittag wollte der Zoo kühle Überraschungen an ausgewählte Bewohner verteilen.
Waldbrandgefahr in Brandenburg
Im Nachbarland Brandenburg steigt durch anhaltende Trockenheit die Gefahr für Waldbrände. In vielen Wäldern ist sie derzeit bereits hoch. In anderen Landkreisen herrscht die mittlere Gefahrenstufe 3 von insgesamt 5 – allerdings soll am Wochenende die Waldbrandgefahr zunehmen. Schon im Mai loderte der erste große Waldbrand in diesem Jahr auf einem mit Munition belasteten Gebiet bei Jüterbog im Südwesten Brandenburgs.



