ICC Berlin: Pläne für zwei Hochhäuser und Kulturquartier enthüllt
ICC Berlin: Pläne für zwei Hochhäuser und Kultur enthüllt

Die Zukunft des seit zwölf Jahren leer stehenden Internationalen Congress Centrums (ICC) in Berlin ist klarer: Ein Konsortium aus neun Unternehmen unter Führung der MIB AG und ihrer Tochter Coloured Fields soll den Giganten am Messedamm in ein Kultur- und Eventquartier verwandeln. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) gab am Mittwoch offiziell bekannt, wer die Pläne vorantreibt. Die Gesamtkosten für Sanierung und Umbau sind noch unklar, liegen aber Schätzungen zufolge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Eine Eröffnung ist frühestens 2032 möglich.

Kultur statt Kongresse: Neues Konzept für das ICC

Bertram Schultze, Chef von Coloured Fields, erklärte: „Konferenzen und Kongresse werden für uns eine Nebensache sein.“ Stattdessen sollen Kultur, Gastronomie und Events im Mittelpunkt stehen. Schultze hat bereits die Spinnerei in Leipzig zu einem internationalen Kulturort geformt. Das ICC soll rund um die Uhr geöffnet sein und Platz für 5.000 bis 10.000 Menschen bieten.

Zwei Hochhäuser als finanzieller Rückhalt

Das Gesamtprojekt gliedert sich in drei Teile: Das bestehende Parkhaus an der Südseite wird abgerissen und durch neue Parkdecks mit zwei Hochhausscheiben ersetzt, die ein Kongresshotel beherbergen sollen. Auf der anderen Seite, jenseits der Neuen Kantstraße, ist ein 100-Meter-Turm für Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Hotels geplant. Die Kosten für die Neubauten liegen jeweils zwischen 150 und 200 Millionen Euro. „Das ICC ist alleine zu klein, um als Quartier zu funktionieren“, so Schultze. Die Hochhäuser sollen das Gebäude städtebaulich fassen und beleben.

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Saal 1 als Ausweichquartier für die Philharmonie

Der große Saal 1 des ICC soll erhalten bleiben. Er könnte als Ausweichquartier für die Berliner Philharmoniker dienen, während deren Stammhaus am Tiergarten saniert wird. Alternativ ist eine Landesbibliothek im Gespräch. Senatorin Giffey betonte, dass ein solches Zwischenquartier ohnehin einen dreistelligen Millionenbetrag kosten würde, der dem ICC-Projekt in der Startphase helfen könnte. Saal 2 soll weitgehend flexibel bleiben und für Museen, Modenschauen oder Ausstellungen genutzt werden.

Verbindung und Nutzung: Passage und Erdgeschoss

Die Passage im Erdgeschoss soll unter die Neubauten verlängert werden und Läden sowie Gastronomie beherbergen. „Wir wollen die Achse zum lebendigen Verkehrsweg machen“, sagte Schultze. Sie soll auch als Verbindung zwischen U- und S-Bahn und Messe dienen. Der Kopfbau zur Neuen Kantstraße wird mit größeren Fenstern geöffnet und mit Büros, Ateliers und Gastronomie bespielt. Die ikonische Pullmann-Lounge bleibt erhalten, während im Untergeschoss Clubs denkbar sind.

Finanzierung und Betrieb: Keine Haushaltsmittel

Das Land Berlin strebt drei Erbbaurechtsverträge für die Gebäudeteile mit dem Konsortium an, wobei Neubauten verkauft werden dürfen. Die Gewinne aus den Immobilien sollen den Betrieb des ICC quersubventionieren. Senatorin Giffey bekräftigte, dass keine Haushaltsmittel vorgesehen seien. Eventuell könnten Städtebaufördermittel des Bundes eingesetzt werden. „Es wird potente Mieter geben müssen, sonst wird es nicht funktionieren“, so Giffey. Messe-Chef Mario Tobias zeigte sich begeistert, da das neue ICC nicht in Konkurrenz zur geplanten Messehalle 9 trete.

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