Seit dem 1. Juli 2026 ist der Kölner Dom nicht mehr kostenlos für alle Besucher zugänglich. Wer das gotische Meisterwerk besichtigen möchte, muss nun 12 Euro Eintritt zahlen. Gläubige, die nur beten wollen, können weiterhin kostenlos in einen abgesperrten Bereich gelangen. Die Maßnahme, die als „Besichtigungsgeld“ bezeichnet wird, sorgt bei Touristen und Einheimischen für gemischte Reaktionen.
Hintergrund der neuen Gebühr
Die Einführung des Eintrittsgeldes ist eine Reaktion auf die hohen Unterhaltskosten des Doms. Laut der Kölner Domverwaltung werden jährlich rund 10 Millionen Euro für Instandhaltung und Restaurierung benötigt. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sollen einen Teil dieser Kosten decken. Bisher war der Dom kostenlos zugänglich, was zu einem enormen Besucherandrang führte – jährlich kommen etwa 6 Millionen Menschen.
Reaktionen aus der Bevölkerung
„12 Euro? Das ist wirklich zu viel“, sagt ein Kölner, der den Dom regelmäßig besucht. Auch einige Touristen zeigen sich überrascht. „Ich verstehe, dass der Dom Geld braucht, aber 12 Euro ist happig“, meint eine Besucherin aus den USA. Andere hingegen befürworten die Gebühr: „Der Dom ist ein Weltkulturerbe, da ist es fair, dass Touristen zahlen“, so ein Tourist aus Berlin.
Abgrenzung zwischen Gebet und Besichtigung
Die Domverwaltung hat einen klaren Plan, um den Gebetsbereich von der Besichtigungszone zu trennen. Gläubige können über einen separaten Eingang den Bereich betreten, in dem gebetet wird. Dieser ist durch Absperrungen gekennzeichnet und kostenlos zugänglich. „Wir wollen sicherstellen, dass der Dom ein Ort des Gebets bleibt“, erklärte ein Sprecher der Domverwaltung. Die Maßnahme soll auch den Andrang regulieren und die Atmosphäre für Gläubige bewahren.
Vergleich mit anderen Kirchen
Der Kölner Dom ist nicht die erste Kirche, die Eintritt verlangt. In vielen europäischen Kathedralen, wie dem Petersdom im Vatikan oder der Sagrada Familia in Barcelona, sind Eintrittsgelder bereits üblich. Die Höhe der Gebühr in Köln liegt im mittleren Bereich. Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Besichtigung und Gebet in dieser Form neu. Andere Kirchen erheben oft eine allgemeine Eintrittsgebühr, ohne separate Bereiche für Gläubige vorzusehen.
Auswirkungen auf den Tourismus
Die Stadt Köln rechnet nicht mit einem Rückgang der Touristenzahlen. „Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Muss für jeden Besucher“, so ein Sprecher der Stadt. Die Einnahmen aus dem Eintrittsgeld sollen in die Restaurierung und den Erhalt des Doms fließen. Langfristig hofft die Domverwaltung, durch die Gebühr die Besucherströme besser lenken zu können. Kritiker befürchten jedoch, dass die Gebühr insbesondere für Familien mit Kindern eine finanzielle Hürde darstellt.
Insgesamt zeigt sich, dass die neue Regelung sowohl Zustimmung als auch Ablehnung hervorruft. Die Domverwaltung betont, dass die Gebühr notwendig sei, um den Dom für zukünftige Generationen zu erhalten. Ob die Maßnahme erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.



