Möglicher Tornado verwüstet Glückstadt: 50 Gebäude beschädigt
Möglicher Tornado verwüstet Glückstadt: 50 Gebäude

Ein mutmaßlicher Tornado hat in und um die Stadt Glückstadt in Schleswig-Holstein eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Nach ersten Schätzungen der Behörden belaufen sich die Sachschäden auf eine Summe im sechs- bis siebenstelligen Euro-Bereich. Betroffen sind nach Polizeiangaben insgesamt 40 bis 50 Gebäude, deren Dächer teils vollständig abgedeckt wurden. Auch Oberleitungen wurden beschädigt und Gartenhäuser aus ihrer Verankerung gerissen.

Keine Verletzten trotz erheblicher Zerstörung

Trotz der heftigen Zerstörung wurden nach Angaben einer Polizeisprecherin keine Menschen verletzt. Mehrere Anwohner mussten am Sonntagabend ihre Häuser vorsorglich verlassen, konnten aber später wieder zurückkehren. Die Sprecherin betonte, dass die genaue Schadenshöhe noch nicht abschließend beziffert werden könne, aber im Bereich von mehreren Hunderttausend bis zu einer Million Euro liege.

Einstufung des Unwetters als Tornado

Die Wetterseite Tornadoliste.de hat den Sturm bereits als Tornado eingestuft. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will im Laufe des Montags eine offizielle Einschätzung abgeben. Tornados sind in Schleswig-Holstein selten, kommen aber vor allem in den Sommermonaten immer wieder vor. Zuletzt hatte ein Tornado im Juni 2023 in der Gemeinde Wesselburen Schäden angerichtet.

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Unfälle auf der A7 durch Starkregen

Fast zeitgleich zu dem Tornadoereignis kam es auf der Autobahn 7 bei Bad Bramstedt im Kreis Segeberg zu zwei Unfällen infolge von Starkregen. In Fahrtrichtung Süden kam ein Fahrzeug alleinbeteiligt von der nassen Fahrbahn ab und prallte gegen die Leitplanke. In der Gegenrichtung stießen zwei Autos aufgrund von Aquaplaning zusammen. Insgesamt wurden fünf Menschen leicht verletzt.

Die Polizei richtete in Richtung Süden eine Umleitung über einen Rastplatz ein. Die Richtungsfahrbahn Nord war kurzzeitig voll gesperrt und konnte danach nur einspurig befahren werden. Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Die Autobahnmeisterei war mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um die Fahrbahn zu reinigen und die Leitplanken zu reparieren.

Hintergrund: Tornados in Norddeutschland

Tornados dieser Stärke sind in Norddeutschland zwar ungewöhnlich, aber nicht unbekannt. Meteorologen erklären, dass die Kombination aus feucht-warmer Luft und starken Gewittern die Bildung von Wirbelstürmen begünstigt. In Glückstadt selbst sind bisher keine größeren Tornados dokumentiert. Die Stadt mit rund 10.000 Einwohnern liegt an der Elbe und ist historisch von der Schifffahrt geprägt. Die betroffenen Gebäude sind vor allem Wohnhäuser und einige gewerbliche Einrichtungen.

Die Feuerwehr Glückstadt war mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort, unterstützt von Technischem Hilfswerk und dem Rettungsdienst. Die Aufräumarbeiten haben am Montagmorgen begonnen. Die Stadtverwaltung hat einen Krisenstab eingerichtet, um die Schäden zu erfassen und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Betroffene Bewohner können sich an die Gemeindeverwaltung wenden, um vorübergehende Unterkünfte zu erhalten.

Der DWD warnt für die kommenden Tage vor weiteren Unwettern in Teilen Schleswig-Holsteins. Es wird empfohlen, Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen und bei Gewittern Schutz zu suchen.

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