Der Berliner Senat hat 30 Millionen Euro für den Bau eines Schwimmbads am Kienberg in Marzahn-Hellersdorf freigegeben. Der Bezirk mit rund 294.000 Einwohnern – vergleichbar mit der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden – hat seit 2002 kein öffentliches Freibad mehr. Während die städtische Mattiaqua in Wiesbaden vier Freibäder betreibt, haben die Berliner Bäderbetriebe in Marzahn-Hellersdorf keines. Die Ankündigung kommt pünktlich zum Wahlkampf und wird von SPD und CDU als Erfolg gefeiert. Geplant ist eine Schwimmhalle mit Außenbecken, das bis 2030 fertiggestellt sein soll.
Finanzierung steht, aber es gibt Risiken
Die Finanzierung ist gesichert: 10,3 Millionen Euro sind aus Sondermitteln für das Außenbecken reserviert. Doch Sportsenatorin Iris Spranger (SPD), eine profilierte Politikerin aus dem Bezirk, könnte nach der Berlin-Wahl ihr Amt verlieren. Zudem laufe die Zusammenarbeit mit dem Bezirk laut Bäderbetrieben „besonders gut“ – ob das nach der Wahl so bleibt, ist ungewiss. Naturschutzverbände hatten in der Vergangenheit den Standort am Kienberg kritisiert. Die Berliner Bäderbetriebe müssen bis 2030 rund 600 Millionen Euro in die Sanierung und Neubauten von Bädern investieren, was viele Projekte gleichzeitig erfordert.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Für die Lokalpolitik ist das fehlende Freibad seit Jahren ein Aufreger. Die nun angekündigte Investition ist ein wichtiger Schritt, doch die Planungen laufen noch. „So nah war man einem Freibad in Marzahn-Hellersdorf wohl lange nicht mehr“, kommentiert Bezirksreporter Oskar Paul. Dennoch: „Noch knallen die Korken nicht. Der Sekt kann aber schon mal kaltgestellt werden.“ Bis zur Fertigstellung 2030 müssen noch viele Hürden genommen werden.



