Berliner Bezirk schafft Notlösung: 133 Kinder ohne ISS-Platz
Notlösung für Schulplatzmangel in Berlin-Steglitz-Zehlendorf

Das Schulamt Steglitz-Zehlendorf steht vor einer schwierigen Aufgabe: Für 133 Kinder im Berliner Südwesten gibt es bislang keinen Platz an einer Integrierten Sekundarschule (ISS). Die Behörde hat nun eine außergewöhnliche Notlösung präsentiert: Zwei neue siebte Klassen werden an der Louise-Schroeder-Schule, dem Oberstufenzentrum Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin-Lichterfelde, eingerichtet. Dies gab der Bezirk am heutigen Donnerstag bekannt.

Protest gegen die unkonventionelle Lösung

Die Entscheidung stößt auf Widerstand. Eltern und Bildungsexperten kritisieren, dass die Kinder in einer Schul-Exklave unterrichtet werden sollen, die nicht für den regulären ISS-Betrieb vorgesehen ist. „Es ist eine Notlösung, die zeigt, wie dramatisch der Schulplatzmangel in Berlin ist“, sagt ein Sprecher der Bildungsverwaltung. Die Louise-Schroeder-Schule ist eigentlich ein Oberstufenzentrum für Berufsfachschüler, nicht für Siebtklässler.

Hintergrund: Wachsender Bedarf an ISS-Plätzen

Der Bedarf an Plätzen an Integrierten Sekundarschulen ist in den letzten Jahren in Steglitz-Zehlendorf stark gestiegen. Laut Bezirksamt wurden für das Schuljahr 2024/2025 insgesamt 133 Kinder nicht regulär zugewiesen. Die neue Lösung soll temporär sein, bis ein dauerhafter Schulbau fertiggestellt ist. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, langfristige Kapazitäten zu schaffen“, so der Sprecher weiter.

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Details zur Umsetzung

Die beiden siebten Klassen werden ab dem kommenden Schuljahr in separaten Räumen der Louise-Schroeder-Schule unterrichtet. Die Schüler sollen denselben Lehrplan wie an anderen ISS erhalten, jedoch in einer isolierten Umgebung. Kritiker befürchten, dass die Kinder dadurch Nachteile haben, etwa bei der sozialen Integration. Das Schulamt versichert, dass alle notwendigen pädagogischen Maßnahmen ergriffen werden.

Die Lösung sei „einmalig in Berlin“, betont der Bezirksstadtrat für Bildung. „Wir mussten schnell handeln, um den Familien eine Perspektive zu geben.“ Die Eltern wurden in einem Brief über die Entscheidung informiert. Viele reagierten verärgert: „Das ist keine gleichwertige Bildung“, sagte eine betroffene Mutter der Berliner Zeitung.

Politische Reaktionen

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus kritisiert die Senatsbildungsverwaltung. „Die Notlösung ist ein Armutszeugnis für die Schulplanung in Berlin“, erklärte ein bildungspolitischer Sprecher der CDU. Die Grünen forderten mehr Investitionen in Schulneubauten. Der Bezirk selbst sieht sich als Opfer der Umstände: „Wir haben die Kapazitäten nicht, um alle Kinder unterzubringen“, so der Stadtrat.

Die betroffenen Familien haben nun die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Zuweisung einzulegen. Das Schulamt rechnet jedoch nicht mit einer Änderung der Entscheidung. „Die Plätze sind knapp, und wir müssen pragmatisch sein“, hieß es abschließend.

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