Eine neue Studie der Universität Potsdam und der Technischen Universität Berlin hat erstmals die Verteilung der Verkehrsflächen in der gesamten deutschen Hauptstadt analysiert. Das Ergebnis: Nur 3,3 Prozent der Flächen sind für Radfahrer reserviert, während der öffentliche Nahverkehr mit 2,3 Prozent noch weniger erhält. Der Großteil der Flächen wird von Autos beansprucht, was die Forscher als ernüchternd bezeichnen.
Hintergrund der Untersuchung
Die Forscher wollten herausfinden, wie die Stadt Berlin den knappen Raum zwischen Autos, Radfahrern, Fußgängern und öffentlichen Verkehrsmitteln aufteilt. Weltweit lösen sich Großstädte von der Vision der „autogerechten Stadt“, doch Berlin scheint hier hinterherzuhinken. Die Studie zeigt eine deutliche Dominanz des Autoverkehrs, obwohl die Stadt eine Verkehrswende anstrebt.
Überraschende Ergebnisse für Fußgänger
Obwohl Radfahrer und ÖPNV-Nutzer wenig Platz haben, schneiden Fußgänger vergleichsweise gut ab. Die genauen Zahlen für Fußgängerflächen wurden in der Studie ebenfalls erhoben, aber die Forscher betonen, dass die Ungleichheit insgesamt groß ist. „Berlin ist noch weit von einer gerechten Verteilung entfernt“, so ein Sprecher der Uni Potsdam.
Auswirkungen auf die Verkehrswende
Die Ergebnisse könnten die Debatte um die Verkehrswende in Berlin neu entfachen. Politiker fordern bereits mehr Platz für Radfahrer und Busse, um den Klimazielen näherzukommen. Die Studie liefert nun konkrete Zahlen, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen können.



