Stadt Nürnberg lehnt Interimsstadion ab – CSU widerspricht OB König
Nürnberg lehnt Interimsstadion ab – CSU fordert Prüfung

Der 1. FC Nürnberg rückt dem Traum eines neuen Fußballstadions näher. Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über die Vorzugsvariante des Stuttgarter Planungsbüros „asp Architekten GmbH“. Erwartet wird grünes Licht für den 260 bis 280 Millionen Euro teuren Neubau. Bereits Ende des Jahres könnte die europaweite Ausschreibung für einen Generalbauunternehmer starten.

Stadtverwaltung will kein Interimsstadion

Im Tagesordnungspunkt 10 der Beschlussvorlage will Oberbürgermeister Marcus König (45/CSU) die Idee eines Interimsstadions endgültig begraben. Dort heißt es: „Gleichzeitig werden nicht wirtschaftliche oder funktional nicht zielführende Bausteine, wie etwa eine Sporthalle, eine Kindertagesstätte, eine Parkgarage oder ein weiteres Stadion zur dauerhaften Nutzung im Nürnberger Stadtgebiet, nicht weiterverfolgt.“ König hatte sich bereits vor Wochen gegen ein Interimsstadion ausgesprochen.

CSU-Fraktion widerspricht OB

Die eigene CSU-Fraktion stellt sich jedoch gegen Königs Nein. In einem offenen Brief an den OB heißt es: „Ein wichtiger Baustein dabei kann die Errichtung eines Interimsstadions sein. Ein Umbau im laufenden Betrieb hat für die ausführenden Unternehmen viele Herausforderungen. Dauerhafte Bauunterbrechungen und die ständige Umwandlung einer Baustelle in eine Versammlungsstätte für Großveranstaltungen kosten Zeit und Geld.“ Die Fraktion argumentiert, dass ein Stadion ohne Einschränkungen schneller und günstiger gebaut werden könne. „Ob die Kosten für die Anmietung eines Interimsstadions dann günstiger sind als die durch die Baufreiheit erzielbare Baukosteneinsparung, kann man mit Sicherheit erst sagen, wenn man im Vergabeverfahren von den teilnehmenden Unternehmen einen Preis mit und ohne baubegleitende Sportnutzung abgefragt hat.“

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Standort Flughafen als Alternative?

Der Änderungsantrag der CSU schlägt den Standort am Flughafen vor: „Auf dem Standort Zeppelinfeld sehen wir keine Priorität. Aufgrund der guten Anbindung und Eignung sollte geprüft werden, ob ein Standort am Flughafen möglich wäre.“ Dies widerspricht der bisherigen Präferenz von Club-Finanzvorstand Stefan Heim, der ein Interimsstadion am benachbarten Zeppelinfeld favorisiert hatte.

Alt-OB Maly blockiert Zeppelinfeld?

Laut BILD-Informationen soll Alt-Oberbürgermeister und FCN-Aufsichtsrat Ulrich Maly (65/SPD) der größte Gegner eines Stadions am Zeppelinfeld sein. Maly habe sich im Rathaus mehrfach gegen einen zeitlich befristeten Stadionbau auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ausgesprochen. Sein Argument: Die Erinnerung an Nürnbergs NS-Vergangenheit dürfe nicht gefährdet werden. Kritiker weisen auf die Widersprüchlichkeit hin, da das Zeppelinfeld bereits seit Jahrzehnten für sportliche und kulturelle Großveranstaltungen genutzt wird.

Entscheidung am Mittwoch

Am Mittwoch ab 15 Uhr wird der Stadtrat über die Vorzugsvariante und den Änderungsantrag der CSU abstimmen. Sollte die Stadtspitze dem Antrag folgen, bleibt ein Interimsstadion in Nürnberg möglich – jedoch nicht am Zeppelinfeld, sondern am Flughafen.

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