Potsdam: Erneut Dutzende Schüler ohne Wunschschule – Lage etwas entspannt
Potsdam: Dutzende Schüler ohne Wunschschule

Die Platznot an weiterführenden Schulen in Potsdam ist in diesem Jahr etwas weniger gravierend als in den Vorjahren, bleibt aber deutlich spürbar. Wie aus aktuellen Antworten des brandenburgischen Bildungsministeriums hervorgeht, können mehr als 60 Schüler nicht ihre Erst- oder Zweitwunsch-Schule besuchen und müssen auf Alternativen ausweichen.

Hintergrund des Ü7-Verfahrens

Das sogenannte Ü7-Verfahren, der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule in Brandenburg, hat sich in Potsdam in den vergangenen Jahren immer wieder als problematisch erwiesen. Insbesondere fehlten Gymnasialplätze, während einige Gesamtschulen stark übernachfragt sind und andere kaum gewählt werden. Die beliebten Schulen vergeben ihre Plätze nach Leistung der bewerbenden Sechstklässler, was dazu führt, dass jedes Jahr einige Schüler nicht ihre Wunschschule erhalten.

Maßnahmen der Stadt zeigen teilweise Wirkung

Um die Lage zu verbessern, hatte die Stadt Potsdam bereits zusätzliche Klassen an Gymnasien in der Teltower Vorstadt, im Zentrum und in Babelsberg geschaffen – konkret am Humboldt-, Helmholtz- und Bertha-von-Suttner-Gymnasium. Diese Maßnahmen zeigten teilweise Erfolg. Dennoch mussten 37 Schüler, die als Bildungsgang Gymnasium angegeben hatten, an das Helmholtz- und das Nord-Gymnasium im neuen Stadtviertel Krampnitz vermittelt werden, obwohl sie zwei andere Gymnasien als Wunsch genannt hatten.

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Betroffenheit auch bei Gesamtschulen

Auch 28 Sechstklässler, die die Fachoberschulreife oder die erweiterte Berufsbildungsreife anstreben, was in der Regel an Ober- oder Gesamtschulen möglich ist, erhielten nicht ihren Wunschplatz. Ihnen wurden laut Ministerium andere Schulen mit freier Kapazität angeboten: die Steuben-Gesamtschule, die Kollwitz- sowie die Fontane-Oberschule. Diese Einrichtungen dienen seit Jahren als Auffangbecken, wenn andere Gesamtschulen keine weiteren Schüler aufnehmen können.

Vergleich zu Vorjahren und aktuelle Widersprüche

In den vergangenen Jahren waren teils bis zu 100 Schüler betroffen. Der Kreiselternrat sprach im September von 421 erfolglosen Erstwünschen und 37 Zwangszuweisungen sowie 81 Widersprüchen. Ministeriumssprecher Alexander Engels erklärte, derzeit liege ein Widerspruch gegen eine Zuweisung vor: „Das Verfahren läuft.“ Weitere Widersprüche könnten noch eingelegt werden.

Beliebtheit der Schulen und demografische Entwicklung

Insgesamt beteiligten sich mehr als 1800 Schüler und ihre Familien am diesjährigen Ü7-Verfahren in Potsdam. Als beliebteste Schulen erwiesen sich erneut die Voltaire- und die Da-Vinci-Gesamtschule sowie das Humboldt-Gymnasium. Ein Hintergrund der Probleme ist auch, dass weit mehr als 1000 Schüler aus Potsdam-Mittelmark an weiterführenden Schulen in Potsdam unterrichtet werden, was die Planung erschwert. Zudem besucht rund ein Fünftel aller Potsdamer Kinder Privatschulen, was ebenfalls nicht genau abschätzbar ist.

Ausblick: Probleme bleiben bestehen

Die Schwierigkeiten dürften auch in den kommenden Jahren anhalten. Laut Stadtprognose wird die Zahl der Kinder an weiterführenden Schulen zunächst weiter steigen, bei etwa gleichbleibenden Schulkapazitäten. Der zuständige Bildungsbeigeordnete Torsten Wiegel (parteilos) hatte dies bereits als zu lösendes Problem benannt. Erst im Laufe der 2030er Jahre wird mit einem Rückgang der Schülerzahlen gerechnet – im Zuge des deutschlandweiten Geburtenknicks, der in Potsdam bereits in der Kita-Landschaft spürbar ist.

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