In Berlin-Reinickendorf herrscht ein Überangebot an Schulplätzen für die siebten Klassen. Dennoch müssen etliche Kinder bald auf eine Schule gehen, die sie nicht gewählt haben. Eine scheinbar paradoxe Situation, die viele Eltern verärgert.
Zahlen und Fakten zur Schulplatzsituation
Alle 2218 Schülerinnen und Schüler, die in Reinickendorf eine Oberschule besuchen wollen, können dies auch in ihrem Bezirk tun. Der Bezirk verfügt über 2474 Plätze – also mehr als benötigt. Dennoch erhalten 210 Kinder keinen ihrer drei Erst-, Zweit- oder Drittwünsche. Sie werden einer Schule zugewiesen, die nicht auf ihrer Präferenzliste stand.
Warum kommt es zu Absagen trotz Überangebot?
Die Ursache liegt in der Verteilungspraxis: Nicht jede Schule ist gleich beliebt. Während einige Gymnasien und Integrierte Sekundarschulen stark übernachgefragt sind, bleiben andere Schulen unterbelegt. Das Anmeldeverfahren priorisiert bestimmte Kriterien wie Geschwisterkinder, soziales Umfeld oder Losverfahren. So kann es passieren, dass ein Kind trotz freier Plätze im Bezirk keinen Platz an seiner Wunschschule erhält.
Eltern kritisieren das System als intransparent und ungerecht. Sie fordern eine Reform, die sowohl die Wünsche der Familien als auch die Auslastung der Schulen besser berücksichtigt. Die Schulverwaltung verweist auf die komplexe Steuerung und betont, dass jedes Kind einen Platz bekommt – auch wenn es nicht der Erstwunsch ist.
Perspektiven und Lösungsansätze
Um die Situation zu entschärfen, könnten Kapazitäten an beliebten Schulen ausgebaut oder das Anmeldeverfahren angepasst werden. Auch eine stärkere Berücksichtigung der Schulwahl bei der Ressourcenplanung wäre denkbar. Bis dahin bleibt für viele Familien die Enttäuschung, dass der Schulplatz nicht dem Wunsch entspricht – trotz rechnerisch ausreichender Plätze.



