Hamburgs Wissenschafts- und Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) hat scharfe Kritik an Unionsfraktionschef Jens Spahn geübt, nachdem dieser und sein Mann die Geburt ihres Kindes durch eine Leihmutter in den USA bekanntgegeben hatten. In einem Instagram-Post warf Blumenthal Spahn vor, mit seinem Verhalten ein fatales Signal zu senden.
Blumenthal: Spahns Verhalten ist ein „Mittelfinger“
„Das ist der Mittelfinger ins Gesicht derer, die unsere Gesetze ernst nehmen und seit Jahrzehnten für eine Veränderung kämpfen. Und ein Mittelfinger ins Gesicht all derer, die sich nicht mal eben durch eine sechsstellige Summe ihren Familientraum erfüllen können“, schrieb die Senatorin. Sie betonte, dass die Union die Leihmutterschaft ablehne und sie deshalb in Deutschland verboten sei. „Es geht hier um mehr als nur Doppelmoral“, so Blumenthal.
Spahns Botschaft: Gesetze sind mit Geld umgehbar
Blumenthal interpretierte Spahns Handeln als Ausdruck der Haltung: „Du musst dich nicht an die Gesetze im eigenen Land halten, du kannst auch nach den für dich passenden Gesetzen in einem anderen Land suchen.“ Unterm Strich signalisiere dies: „Unsere Gesetze sind nichts wert. Du kannst sie mit Geld umgehen!“
Die Senatorin räumte ein, dass Menschen ihre Haltungen ändern könnten. Bei Spahn habe sie jedoch keine Initiative erkennen können, „diesbezüglich das Embryonenschutzgesetz anzufassen“. Auch habe sie von ihm „keinen Einsatz für Regenbogenfamilien“ wahrgenommen.
Brandgefährliche Message
Blumenthal bezeichnete die Nachricht als „brandgefährliche Message, die mit dieser eigentlich sehr freudigen Nachricht eines neuen Lebens einhergeht“. Spahn und sein Ehemann waren am Mittwoch Eltern geworden – eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt.



