In Lankwitz wurde nach langen Verhandlungen eine Einigung über die Zukunft des ehemaligen Tanklagers am Teltowkanal erzielt. Der Eigentümer des Geländes hatte ursprünglich geplant, nach dem Abriss der Ölbehälter ein neues Stadtquartier mit überwiegend Wohnungen zu errichten. Der Berliner Senat hingegen verfolgte andere Vorstellungen und drängte auf eine stärkere gewerbliche Nutzung. Nun liegt ein Kompromiss vor, der beiden Seiten gerecht wird.
Die Ausgangslage
Das rund 14 Hektar große Areal des alten Tanklagers in Lankwitz war lange Zeit ein Industriegebiet, das von riesigen Öltanks geprägt war. Nachdem die Behälter abgebaut und das Gelände geräumt wurden, entstand eine Art Wüstenlandschaft, die nun für eine Neubebauung zur Verfügung steht. Der Eigentümer, ein Immobilienentwickler, sah hier die Chance, ein modernes Wohnquartier mit bis zu 1.500 Wohnungen zu schaffen. Der Senat hingegen pochte auf die Sicherung von Gewerbeflächen, um Arbeitsplätze in der Stadt zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
Der Kompromiss
Nach monatelangen Gesprächen einigten sich die Parteien auf eine gemischte Nutzung. Auf dem Gelände sollen nun etwa 900 Wohnungen entstehen, davon ein Teil als geförderter Wohnungsbau. Gleichzeitig werden auf rund 30 Prozent der Fläche Gewerbe- und Büroflächen angesiedelt. Zudem ist ein kleiner Park mit öffentlichen Grünflächen geplant, der die Lebensqualität in dem neuen Quartier erhöhen soll. Der Senat betont, dass durch diese Mischung sowohl der Wohnungsmarkt entlastet als auch die lokale Wirtschaft gestärkt wird.
Reaktionen aus der Politik
Die zuständige Bezirksbürgermeisterin zeigte sich erleichtert über die Einigung. „Dieser Kompromiss ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Wir schaffen dringend benötigten Wohnraum, ohne die wirtschaftliche Entwicklung zu vernachlässigen“, sagte sie. Auch der Senat lobte die Lösung als „zukunftsweisend für ähnliche Projekte in Berlin“. Kritik kam hingegen von einigen Anwohnern, die befürchten, dass die geplanten Gewerbeflächen zu mehr Verkehr und Lärm führen könnten. Der Eigentümer versprach jedoch, durch moderne Bauweisen und eine gute Verkehrsanbindung die Belastungen gering zu halten.
Weitere Schritte
In den kommenden Monaten sollen die konkreten Baupläne erstellt und die notwendigen Genehmigungen eingeholt werden. Baubeginn könnte bereits im nächsten Jahr sein. Die gesamte Entwicklung des Areals wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Der Senat wird das Projekt eng begleiten, um sicherzustellen, dass die vereinbarten Ziele eingehalten werden.
Die Einigung in Lankwitz zeigt, dass auch bei unterschiedlichen Interessen zwischen Wirtschaft und Wohnungsbau tragfähige Lösungen möglich sind. Bleibt zu hoffen, dass dieses Modell Schule macht und auch andere Konfliktfälle in der Stadt entschärft werden können.



