Am kommenden Sonntag feiern die deutschen UNESCO-Welterbestätten einen besonderen Tag – und Regensburg steht im Mittelpunkt. Die oberpfälzische Stadt richtet den diesjährigen bundesweiten Welterbetag aus. Vor genau 20 Jahren wurde der Altstadt von Regensburg der begehrte Titel verliehen. Am Aktionstag sind Besucher eingeladen, die Welterbestätten aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen.
Regensburg feiert 20 Jahre Welterbe
In Regensburg finden am Sonntag und bereits am Samstag zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen sich Welterbestätten aus ganz Deutschland präsentieren. Die bayerischen UNESCO-Welterbestätten im Überblick:
1981: Würzburger Residenz
Bayerns erste Welterbestätte: Die Würzburger Residenz, Sitz der Fürstbischöfe, erhielt 1981 das UNESCO-Siegel. Besonders das spektakuläre Treppenhaus mit dem monumentalen Deckenfresko des Venezianers Giovanni Battista Tiepolo begeistert bis heute.
1983: Die Wieskirche
Zwei Jahre später folgte die Wallfahrtskirche „Die Wies“ in Steingaden im Landkreis Weilheim-Schongau. Die UNESCO-Kommission bezeichnet sie als „eine glänzende Schöpfung des bayerischen Rokoko und Zeugnis lebendiger religiöser Traditionen“.
1993: Altstadt von Bamberg
Die Bamberger Altstadt mit dem über der Regnitz thronenden Rathaus wurde 1993 das dritte Welterbe Bayerns. Die Kommission betont: „Die Stadt ist ein einzigartiges und sehr gut erhaltenes städtebauliches Gesamtkunstwerk – eine Synthese aus Hochmittelalter und Barock.“
2005 und 2021: Der Limes
Die Grenzen des Römischen Reiches wurden in mehreren Schritten zum Welterbe erklärt. Der Obergermanisch-Raetische Limes erhielt 2005 das Prädikat. Diese römischen Grenzanlagen verlaufen auf 550 Kilometern durch vier Bundesländer vom Rhein zur Donau. Endpunkt ist das Kastell Eining in Neustadt/Donau. Der Donaulimes, der durch Bayern, Österreich und die Slowakei verläuft, wurde 2021 Welterbe.
2006: Altstadt von Regensburg
Die Auszeichnung ging 2006 in die Oberpfalz: Die Regensburger Altstadt mit verwinkelten Gassen, der Steinernen Brücke, dem Dom und zahlreichen Denkmälern sei „eine intakte mittelalterliche Handelsstadt und Zeugnis der Zeit als politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“. Mit dem Donaulimes 2021 durfte sich Regensburg ein zweites Mal freuen.
2011: Prähistorische Pfahlbauten
Seit 2011 stehen prähistorische Pfahlbauten im Alpenraum aus sechs europäischen Staaten auf der Welterbe-Liste. Bekanntestes Beispiel in Deutschland sind die Pfahlbauten am Bodensee im Freilichtmuseum Unteruhldingen. Insgesamt umfasst dieses Welterbe 111 Orte, drei in Oberbayern: zwei im Landkreis Landsberg am Lech und die Roseninsel im Starnberger See.
2012: Markgräfliches Opernhaus Bayreuth
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist in seinem Originalzustand erhalten und dient als imposante Konzertkulisse. Es wurde 1748 eingeweiht. Die Kommission sagt: „Es ist das bedeutendste und besterhaltene Beispiel barocker Theaterkultur.“ 2012 wurde es Welterbe.
2019: Historische Wassertechnik Augsburg
In Augsburg demonstriert seit 2019 ein Welterbe, wie Wasser über Jahrhunderte genutzt wurde. Das Wassermanagement-System sei „weltweit einzigartig und steht für Fortschritt, Ästhetik und Nachhaltigkeit“. Es umfasst Brunnenanlagen, Trinkwasserversorgung und Kanäle. Ein Lechkanal unter der Metzgerei diente im 17. Jahrhundert zur Kühlung von Fleisch.
2021: Bedeutende Kurorte
Bad Kissingen gehört seit 2021 zu den „bedeutenden Kurstädten Europas“, einem Verbund von elf Kurorten in sieben Ländern. Der Ort zeigt den städtebaulichen Typ der noblen Kurstadt mit großzügigen Wandelhallen.
2025: Die Königsschlösser
Die Königsschlösser Ludwigs II. sind die jüngsten bayerischen Denkmäler auf der Liste. Neuschwanstein, Herrenchiemsee, Linderhof und das Königshaus am Schachen wurden 2025 zum Welterbe ernannt. Für die Staatsregierung war dies ein langjähriges Prestigeprojekt.



