Unwetter in Süddeutschland: 3000 Notrufe in fünf Stunden
Unwetter: 3000 Notrufe in fünf Stunden

Ein heftiges Unwetter hat am Dienstagabend in Süddeutschland zu einer beispiellosen Anzahl von Notrufen geführt. Die integrierte Leitstelle der Feuerwehr Nürnberg verzeichnete in nur fünf Stunden rund 3000 Anrufe – so viele wie noch nie. Mitarbeiter mussten aus dem Feierabend geholt werden, um die Flut an Meldungen bewältigen zu können. Aus den mehr als 3000 Notrufen resultierten etwa 1000 Feuerwehr-Einsätze in Nürnberg. Selbst am späten Abend arbeitete die Feuerwehr noch am Limit: Rund 200 Einsätze waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgearbeitet.

Schwerpunkte der Einsätze: Bäume, Keller und überflutete Straßen

„Die Einsatzschwerpunkte lagen in Summe insbesondere bei umgestürzten Bäumen, vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und Straßenzügen sowie abgedeckten oder beschädigten Dächern“, erklärte die Feuerwehr Nürnberg. „Aber auch zahlreiche durch das Unwetter ausgelöste Brandmeldeanlagen beschäftigten die Einsatzkräfte. Darüber hinaus wurden die Einsatzkräfte auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit dem Unwetter gerufen.“

Besonders betroffen waren die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt. In Nürnberg rückte die Feuerwehr rund 300 Mal aus, in Erlangen etwa 200 Mal und in Fürth rund 190 Mal. In den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Nürnberger Land kamen weitere rund 180 beziehungsweise 175 Einsätze hinzu. Im Landkreis Fürth wurden etwa 150 Einsätze registriert.

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Verletzte und Hagel wie Schnee

Das Unwetter forderte mehrere, zum Teil schwer Verletzte. In Nürnberg wurde eine Person mit schweren Verletzungen in den Schockraum einer Klinik gebracht – sie war von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Starker Hagel sorgte zudem für ein ungewöhnliches Bild: Straßen und Gehwege wirkten, als hätte es geschneit. Mehrere Autofahrer mussten ihre Wagen freischaufeln, um losfahren zu können.

Flugbetrieb in Nürnberg zeitweise eingestellt

Die Folgen des Unwetters waren auch am Flughafen Nürnberg zu spüren. Wegen des Unwetters stand der Flugbetrieb am Abend rund anderthalb Stunden still. Einsatzkräfte mussten nach Angaben des Flughafens unter anderem umgestürzte Bäume beseitigen und sich um Schäden an Dächern sowie Wasserschäden kümmern. Drei Flüge wurden umgeleitet, vier weitere verspäteten sich. Auch die Polizei Mittelfranken rückte wegen des Unwetters rund 200 Mal aus, vor allem wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufener Keller.

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