Im Moment ihrer tiefsten Trauer mussten die Zwillinge das Geschehene verarbeiten, wieder und wieder durchleben. Nachdem Zoe und Angelo ihren Vater im Juli 2025 durch einen brutalen Mord verloren hatten, erhielten sie vor wenigen Tagen die nächste Schock-Nachricht: Am 4. Juni wurde bekannt, dass sich ihre Mutter in Haft das Leben genommen hat. Die Ex-Ehefrau des Mordopfers war wegen Anstiftung zum Mord angeklagt worden. Der Suizid ihrer Mutter macht die beiden Minderjährigen zu Vollwaisen, deren Schicksal viele Menschen in Polen tief bewegt.
Rückblick: Der Mord an Przemysław Jeziorski
Es ist der 4. Juli 2025. Der Wirtschaftsprofessor Przemysław Jeziorski, der an der University of Berkeley in Kalifornien arbeitet, will die gemeinsamen Kinder bei seiner Ex-Frau in Athen besuchen. Mit der Mutter der Zwillinge führt er einen Sorgerechtsstreit über viele Tausend Kilometer, weshalb er in die griechische Hauptstadt gereist ist. Doch bevor es zu weiteren Auseinandersetzungen kommt, wird Jeziorski von fünf Kugeln getroffen. Er ist sofort tot.
Der Kampf um das Sorgerecht
Sofort haben die griechischen Ermittler seine Ex-Frau im Verdacht: Sie soll ihren neuen Partner zu der Tat überredet haben, wandert wegen Anstiftung zum Mord in Haft. Schlagartig haben Zoe und Angelo keine Eltern mehr. Jetzt tritt der Bruder des Ermordeten aus der polnischen Heimat auf den Plan: Er kämpft vor Gericht um das Sorgerecht für die Kinder, um sie zurück nach Polen zu holen. Fast ein Jahr lang wird der Antrag des Onkels verhandelt. Am Dienstag die erlösende Nachricht für Łukasz Jeziorski und die inzwischen elf Jahre alten Zwillinge. Sie dürfen nach den traumatischen Erlebnissen endlich zurück nach Polen. Dort sollen sie künftig bei ihrer Großmutter leben.
Stimmen aus der Familie
Łukasz Jeziorski gegenüber Fakt: „Sie freuen sich sehr auf die Reise. Andererseits war gestern die Beerdigung ihrer Mutter, und das hat die Kinder sehr mitgenommen. Niemand hat dort an sie gedacht, der Sarg war offen, man konnte die Verstorbene berühren. Wir haben in Polen definitiv noch viel Arbeit vor uns, auch mit Psychologen.“ Die Rückreise der Zwillinge nach Gdynia soll am kommenden Freitag erfolgen.
Leben im Kinderschutzzentrum
In einer Stellungnahme der Familie, die über die Anwälte verbreitet wurde, hieß es: „Die Familie des Opfers dankt der Leitung und den Mitarbeitern des Kinderschutzzentrums herzlich für ihre außergewöhnliche Betreuung, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Professionalität während des Aufenthalts der Kinder dort.“ Seit dem Mord an ihrem Vater hatten das Mädchen und der Junge dort Unterschlupf gefunden.
Weitere Ermittlungen
Neben dem Partner der Mutter sitzen noch drei Verdächtige aus Albanien und Bulgarien in Haft; sie sollen dem Mörder ein Alibi verschafft haben. Der Prozess soll im September beginnen.



