Die Sonne brennt, das Thermometer klettert auf 30 Grad – und halb Berlin strömt ins Freibad oder an den See. Doch während die einen die Hitze am Wasser genießen, ärgern sich andere über die Eigenarten der Mitbadenden. Anna Pannen hat für den Tagesspiegel 14 typische Freibadtypen identifiziert, die jeder Berliner kennt.
Der Starre: Regungslos im Wasser
Dieser Badegast steht minutenlang bewegungslos im Wasser, die Arme verschränkt, den Blick ins Leere gerichtet. Er scheint zu meditieren oder einfach nur zu existieren. Für andere wird er schnell zum Hindernis, denn er weicht nicht aus und reagiert kaum auf Annäherungen.
Der Kicker: Planschen mit voller Kraft
Der Kicker ist meist ein Kind, das mit wilden Beinbewegungen das Wasser aufwühlt. Dabei trifft er oft andere Badegäste oder spritzt sie nass. Seine Eltern sind meist unbeeindruckt und lassen ihn gewähren.
Die Großfamilie: Picknickdecke, Kühltasche und laute Diskussionen
Die Großfamilie besetzt eine ganze Wiese. Sie breitet mehrere Decken aus, holt Kühltaschen hervor und diskutiert lautstark über das richtige Eincremen oder den nächsten Gang zum Imbiss. Für andere wird es schwer, noch ein freies Plätzchen zu finden.
Der Selbstdarsteller: Muskeln zeigen und posieren
Dieser Typ verbringt mehr Zeit mit Dehnen und Posieren als mit Schwimmen. Er trägt eine auffällige Badehose oder ein knappes Bikini und sucht bewusst die Aufmerksamkeit der anderen. Sein Handy ist stets griffbereit für Selfies.
Der Leser: Buch oder E-Reader in der Hand
Der Leser liegt entspannt auf der Liege und vertieft sich in seinen Roman. Er reagiert kaum auf Lärm und Trubel, solange niemand sein Handtuch berührt. Allerdings kann es passieren, dass er vor lauter Lesen den Sonnenbrand vergisst.
Der Schwimmer: Bahnen ziehen ohne Rücksicht
Dieser Badegast ist im Wasser unterwegs wie ein Profi: Er schwimmt Bahnen, kehrt abrupt und erwartet, dass alle anderen ausweichen. Wer ihm in die Quere kommt, wird angefaucht oder bekommt eine Abreibung verpasst.
Der Sonnenanbeter: Stundenlang in der prallen Sonne
Der Sonnenanbeter liegt stundenlang in der prallen Sonne, dreht sich regelmäßig und cremt sich alle zehn Minuten ein. Seine Haut wird langsam rot, aber er ignoriert alle Warnungen. Andere fragen sich, wie er das aushält.
Der Imbiss-Stammgast: Pommes, Currywurst und Eis
Dieser Typ verbringt mehr Zeit am Kiosk als im Wasser. Er bestellt Pommes, Currywurst, Eis und nochmal Pommes. Sein Handtuch dient als Essplatz, und er hinterlässt oft Fettflecken.
Der Lautsprecher: Musik ohne Kopfhörer
Der Lautsprecher bringt eine Bluetooth-Box mit und beschallt die ganze Liegewiese mit seiner Musik. Andere genervte Badegäste müssen sich laute Unterhaltungen oder Schimpfwörter anhören. Er selbst nimmt die Blicke nicht wahr.
Der Ballspieler: Fußball oder Frisbee mitten unter den Liegen
Dieser Typ nutzt jede freie Fläche für ein spontanes Ballspiel. Ob Fußball, Frisbee oder Federball – er nimmt keine Rücksicht auf andere und sorgt für ständige Gefahr durch herumfliegende Gegenstände.
Der Quasselstrippe: Telefonieren im Liegestuhl
Die Quasselstrippe telefoniert lautstark im Liegestuhl. Sie lacht, diskutiert und erzählt private Details, die eigentlich niemand hören will. Ihr Gesprächspartner ist oft unsichtbar, aber die ganze Umgebung ist informiert.
Der Aufsichtspflichtige: Eltern, die ihre Kinder nicht im Auge haben
Diese Eltern lassen ihre Kinder unbeaufsichtigt im Wasser toben. Sie selbst liegen entspannt in der Sonne und reagieren erst, wenn das Kind schreit oder der Bademeister eingreift. Andere Badegäste fühlen sich oft genötigt, die Aufsicht zu übernehmen.
Der Selbstversorger: Kühltasche, Proviant und alkoholfreies Bier
Der Selbstversorger kommt mit einer riesigen Kühltasche, in der sich Sandwiches, Obst, Gemüse und alkoholfreies Bier befinden. Er isst im Stundentakt und teilt großzügig mit seinen Nachbarn. Sein Platz ist stets ordentlich und aufgeräumt.
Der Sonnenuntergangs-Fotograf: Letztes Licht einfangen
Dieser Typ erscheint erst am späten Nachmittag, um das goldene Licht einzufangen. Er stellt sich in Pose, fotografiert sich selbst oder die Landschaft und stört damit die Ruhe der letzten Badegäste. Oft bleibt er bis zur Schließung.
Die Liste ist nicht vollständig, aber sie zeigt: Jeder hat seine Eigenarten. Vielleicht erkennt sich der eine oder andere selbst wieder. Wichtig ist, dass alle Badegäste Rücksicht nehmen, damit der Badespaß für alle erhalten bleibt.



