300-Meter-Erdbeertorte: Berliner Konditoren sammeln Spenden für Hospiz
300-Meter-Erdbeertorte: Spenden für Hospiz in Berlin

Benefizaktion am Humboldtforum: 300-Meter-Erdbeertorte in Berlin

Mit einer 300 Meter langen Erdbeertorte hat die Berliner Konditoreninnung ihr 300-jähriges Bestehen gefeiert und Spenden für ein Hospiz gesammelt. Die Aktion fand am Sonnabend auf der Spreepromenade unterhalb des Humboldtforums statt.

Obermeister Tobias Menge erklärte, dass acht Vorstandsmitglieder ehrenamtlich zehn Stunden lang gearbeitet hätten, um die Torte zuzubereiten. Am Freitagabend begannen sie mit dem Zupfen der Erdbeeren, am Samstagmorgen wurde geliert. Das fertige Produkt bestand aus 180 Blechen mit Erdbeerschnitten, die von oben die Form einer knallroten 300 ergaben. Würde man alle Stücke aneinanderreihen, ergäbe sich eine Länge von 300 Metern.

Die Torte wurde gegen Spenden für das Ricam-Hospiz in Neukölln verteilt. Jeder konnte selbst entscheiden, wie viel er geben wollte. Menge betonte, dass auch Menschen ohne Spende ein Stück Torte erhielten. Die Spendenbereitschaft der Besucher sei jedoch sehr hoch gewesen, was sich in der zunehmend gefüllten Spendenbox widerspiegelte.

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Hospiz auf Spenden angewiesen

Ricam-Geschäftsführer Philipp Freund zeigte sich erfreut über die Initiative der Innung. Hospize seien nie vollständig finanziert, da Kranken- und Pflegekassen nur 95 Prozent der Kosten für die Sterbebegleitung übernähmen. Die restlichen fünf Prozent müssten aus Spenden gedeckt werden, da die Gäste nichts zahlen müssten.

Insgesamt wurden 350 Kilogramm Erdbeeren verarbeitet, die vom Fruchthof Berlin gespendet wurden – einem Zusammenschluss mittelständischer Großhandelsunternehmen auf dem Berliner Großmarkt in Moabit. Trotz des verhaltenen Wetters riss der Besucherstrom nicht ab. Wer sein Stück Torte fallen ließ, bekam sogar ein zweites.

Hintergrund der Aktion

Eigentlich hatte die Innung den Breitscheidplatz als Veranstaltungsort favorisiert, erhielt jedoch eine Absage vom Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Aktion konnte schließlich dank der Vermittlung von Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Humboldtforum stattfinden.

Hospiz-Leiter Freund betonte, dass Spendensammeln auch eine Gelegenheit biete, mit Menschen über Tod und Sterben ins Gespräch zu kommen. Viele hätten zunächst Angst und stellten sich Hospize düster vor, doch tatsächlich stecke viel Lebendigkeit darin. Im Gespräch weiche die Respekt oft der Neugier und dem Wunsch, Gutes zu tun.

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