Im Südwesten Deutschlands drohen am Wochenende Temperaturen von bis zu 40 Grad. Die Hitzewelle hat das Land fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst hat für Freitag und das Wochenende fast überall Hitzewarnungen herausgegeben. Im Westen und Südwesten klettern die Temperaturen auf bis zu 38 Grad. Die Meteorologen erwarten, dass es auch in der neuen Woche heiß bleibt – im Südwesten könnte sogar die 40-Grad-Marke fallen.
Abkühlung an Seen und in Freibädern
Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad suchen viele Menschen Abkühlung im Wasser. Ob Badesee, Ostseestrand oder Freibad – überall sind die Menschen auf der Suche nach Erfrischung. Wer am Wochenende noch einen ruhigen Platz am See ergattern will, braucht Glück. Die Badegewässer sind vielerorts überfüllt.
Tiere leiden unter der Hitze
Auch Tiere haben mit der Hitze zu kämpfen. Viele Zoos bieten ihren Bewohnern daher Eiswürfel mit Früchten, gekühlte Leckereien und zusätzliche Duschen an. Tierpfleger sorgen für Schattenplätze und ausreichend frisches Wasser. Im Berliner Zoo schleckt ein Braunbär genüsslich an einer „Eisbombe“ aus gefrorenen Leckereien.
Kirchen als kühle Oasen
Wer keine Lust auf überfüllte Badestellen hat, findet Abkühlung oft in Kirchen. Viele Gotteshäuser sind tagsüber geöffnet. Dank ihrer dicken Steinmauern bleibt es dort selbst an heißen Tagen angenehm kühl. Während draußen 35 Grad herrschen, lässt es sich in den alten Gemäuern oft deutlich besser aushalten. Auch Kinos erleben an Hitzetagen eine kleine Renaissance, denn die meisten Säle sind klimatisiert und bieten für ein paar Stunden eine angenehme Flucht vor der Sommerhitze.
Abtauchen im Atombunker
Noch kühler wird es tief unter der Erde. Museen gehören ohnehin zu den angenehmsten Orten an heißen Tagen. Besonders außergewöhnlich ist der ehemalige DDR-Atombunker Harnekop in Brandenburg. Dort werden Führungen durch die einst streng geheime Anlage angeboten – bei Temperaturen, die weit von der Hitzewelle entfernt sind.
Deutschlands kühlste Geheimtipps
Wer raus in die Natur möchte, muss nicht zwangsläufig an den See. Im Norden Brandenburgs spenden dichte Laubwälder Schatten. Ein echter Geheimtipp – auch wenn der Name etwas irreführend ist – ist die Kochquelle bei Kunsterspring. Trotz Sommerhitze hat das Wasser dort ganzjährig nur etwa acht Grad – perfekt zum Abkühlen.
Stand-up-Paddling statt Hitzestau
Viele verbinden die Abkühlung gleich mit Bewegung. Stand-up-Paddling auf Havel, Spree oder Seen wird immer beliebter. Auch Kajaktouren durch den Spreewald stehen hoch im Kurs. Wer lieber zuschaut, findet auf Wasserspielplätzen Abkühlung. Im Volkspark Potsdam planschen Kinder zwischen Wasserbecken, Flößen und wasserspeienden Figuren.
Wassernebel gegen 35 Grad
In Cottbus (Brandenburg) setzt die Stadt auf technische Hilfe. In der Innenstadt wurde eine Wassernebelanlage aufgebaut, die feine Wassertröpfchen versprüht und für Erfrischung sorgen soll. Außerdem gibt es eine sogenannte Klima-Kiste – einen bepflanzten Holzpavillon mit Schatten, Wasser und deutlich angenehmeren Temperaturen.
Kliniken bereiten sich vor
Die Hitze hat längst auch die Krankenhäuser erreicht. Notaufnahmen rechnen mit mehr Patienten, die über Kreislaufprobleme, Schwindel oder Kopfschmerzen klagen. Ärzte empfehlen deshalb: viel trinken, Schatten aufsuchen, Alkohol vermeiden, leichte Kost essen, Sport möglichst nur morgens oder abends treiben. Besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sollten auf sich achten.
Gefahr im Auto
Besonders gefährlich wird die Hitze im geparkten Auto. Innerhalb weniger Minuten können dort lebensgefährliche Temperaturen entstehen. Deshalb gilt: Kinder oder Haustiere niemals im Auto zurücklassen – auch nicht für einen kurzen Einkauf.
Und jetzt kommen auch noch Gewitter
Zur Hitze gesellen sich am Wochenende örtlich kräftige Gewitter. Meteorologen warnen vor Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen. Deutschland erlebt damit ein Wetter-Wochenende der Extreme: Tagsüber wird geschwitzt, abends drohen Gewitter.
Und die große Frage bleibt: Wann kommt endlich die Abkühlung? Die Antwort der Wetterexperten fällt derzeit ernüchternd aus: Noch nicht.



