Die Thüringer AfD-Fraktion hat den österreichischen Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber mit einem neuen Gutachten zur Doktorarbeit von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) beauftragt. Fraktionschef Björn Höcke und Weber wollen die Ergebnisse in einer Pressekonferenz in Erfurt vorstellen. Die AfD ist die größte Oppositionsfraktion im Thüringer Landtag.
Voigt war im Januar von der Technischen Universität Chemnitz der Doktortitel entzogen worden. Die Universität warf ihm unsaubere Arbeit in seiner Dissertation von 2008 über einen US-Präsidentschaftswahlkampf vor. Voigt hat Widerspruch eingelegt; seine Anwälte arbeiten an der Begründung. Das Verfahren könnte sich über Monate hinziehen.
Bereits im August 2024, kurz vor der Landtagswahl in Thüringen, hatte Weber Voigts Arbeit untersucht, damals ohne seinen Auftraggeber zu nennen. Die CDU vermutete damals eine Schmutzkampagne. Nun sieht CDU-Fraktionschef Andreas Bühl die AfD als möglichen Initiator der Vorwürfe und spricht erneut von einer Kampagne während eines laufenden rechtsstaatlichen Verfahrens.
Die TU Chemnitz äußert sich wegen der Vertraulichkeit in Prüfungsangelegenheiten nicht zum Stand des Widerspruchsverfahrens. Sollte der Widerspruch abgelehnt werden, könnte Voigt vor dem Verwaltungsgericht klagen.



