Vom Versteckspiel zur Beziehung: Verenas Geschichte
Verena Wittmann (37) aus Nürnberg geriet in eine heimliche Affäre mit Tom (Name von der Redaktion geändert), ohne zunächst zu wissen, dass er in einer festen Partnerschaft war. „Ich wusste anfangs nicht, dass er eine Partnerin hat“, erinnert sie sich. Trotz kleiner Ungereimtheiten ließ sie sich von Tom in den Bann ziehen. Als sie nach Monaten die Wahrheit erfuhr, wollte sie die Affäre beenden – doch sie tat es nicht. Stattdessen hoffte sie auf ein Happy End.
Tom gestand ihr schließlich seine Liebe, beendete seine bisherige Beziehung, und Verena und er wurden ein Paar. Doch das erhoffte Glück war nur von kurzer Dauer. „Diese Rolle macht einen kaputt“, sagt Verena heute rückblickend. Die Beziehung sei von Misstrauen und Eifersucht geprägt gewesen, und sie habe sich ständig gefragt, ob Tom sie irgendwann ebenso betrügen würde wie seine Ex-Partnerin.
Warum der Schritt ein großer Fehler war
Der Schritt, aus der Affäre eine feste Beziehung zu machen, entpuppte sich als Trugschluss. Verena beschreibt die Zeit als emotional auslaugend: „Ich war wie gefangen in einem Kreislauf aus Zweifeln und Hoffnung.“ Sie fühlte sich nie sicher in der Beziehung und litt unter dem Stigma, die „andere Frau“ gewesen zu sein. Psychologen bestätigen, dass Beziehungen, die aus Affären entstehen, oft von Anfang an mit einem Vertrauensdefizit belastet sind.
Laut einer Studie der Universität von Colorado haben Beziehungen, die aus Seitensprüngen hervorgehen, eine um 30 Prozent höhere Trennungsrate als konventionelle Beziehungen. „Das Fundament ist brüchig, weil der Vertrauensbruch bereits am Anfang steht“, erklärt Beziehungsexperte Dr. Markus Lehmann. Verena erlebte genau das: Tom zeigte weiterhin Verhaltensweisen, die sie an seine Zeit als Fremdgänger erinnerten, und sie konnte ihm nie vollständig vertrauen.
Verenas Ratschläge für Betroffene
Heute würde Verena vieles anders machen. Sie rät anderen, die in einer ähnlichen Situation stecken, sich nicht auf eine Affäre einzulassen, wenn der Partner gebunden ist. „Man sollte sich selbst schützen und nicht in die Rolle der Affäre drängen lassen“, sagt sie. Wer bereits in einer Affäre steckt, solle klare Grenzen setzen und sich fragen, ob eine Beziehung auf dieser Basis wirklich glücklich machen kann.
Sie empfiehlt, sich professionelle Hilfe zu suchen, etwa bei einem Paartherapeuten, um die Dynamik zu verstehen. „Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und nicht nur auf den anderen zu hoffen“, betont Verena. Ihr Appell: „Verschwende deine Zeit nicht mit jemandem, der nicht bereit ist, von Anfang an ehrlich zu dir zu sein.“
Die emotionale Belastung einer Affäre
Verena beschreibt die Zeit als Affäre als extrem belastend. „Man lebt in ständiger Anspannung, muss sich verstecken und lügen“, erzählt sie. Die heimlichen Treffen, die Ausreden und die Angst, entdeckt zu werden, hätten sie innerlich zerrissen. „Ich habe mich selbst verloren in dieser Rolle“, gesteht sie. Die Beziehung zu Tom endete schließlich nach zwei Jahren, und Verena ist heute froh, diesen Schritt gegangen zu sein – auch wenn er schmerzhaft war.
Psychologen warnen: Affären können langfristige psychische Folgen haben, wie Schuldgefühle, vermindertes Selbstwertgefühl und Vertrauensprobleme in späteren Beziehungen. „Die Rolle der Affäre macht einen kaputt, weil man nie die volle Anerkennung und Sicherheit bekommt“, erklärt Therapeutin Dr. Sabine Müller. Verena bestätigt: „Ich habe viel Zeit gebraucht, um mein Selbstvertrauen wieder aufzubauen.“
Ein neuer Anfang nach der Affäre
Heute blickt Verena zurück und ist dankbar für die Erfahrung, auch wenn sie schmerzhaft war. Sie hat daraus gelernt, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben. „Ich habe gelernt, dass eine Beziehung nur funktionieren kann, wenn beide Partner von Anfang an ehrlich sind“, sagt sie. Ihr Rat an alle, die in einer ähnlichen Situation stecken: „Hört auf euer Bauchgefühl und lasst euch nicht von der Hoffnung auf ein Happy End blenden.“
Die Geschichte von Verena zeigt, wie schnell aus einer vermeintlichen Romanze ein emotionaler Albtraum werden kann. Sie mahnt, dass die Rolle der Affäre nicht nur den Partner, sondern vor allem einen selbst zerstören kann.



