Alkohol schädigt das Gehirn massiv – und zwar oft unbemerkt über Jahre hinweg. Der Neurologe Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung und Experte bei den „Hirn-Docs“ der FUNKE-Mediengruppe, warnt: „Man kann sich sein Gehirn wegsaufen.“ Regelmäßiger Alkoholkonsum führe zu Hirnschrumpfung und erhöhe das Demenzrisiko erheblich.
Das „gesunde Gläschen“ ist ein Mythos
Jahrzehntelang galt ein Glas Rotwein am Abend als gesundheitsfördernd. Doch die Forschung widerlegt diese Annahme. „Es gibt keine unbedenkliche Menge Alkohol für das Gehirn“, so Erbguth. Selbst moderate Mengen könnten langfristig Nervenzellen schädigen und das Volumen des Gehirns reduzieren. Besonders betroffen sind Regionen, die für Gedächtnis und Orientierung zuständig sind.
Hirnschrumpfung durch Alkohol: Wer ist gefährdet?
Menschen, die über viele Jahre hinweg täglich mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (etwa 0,6 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein) konsumieren, haben ein stark erhöhtes Risiko für alkoholbedingte Demenz. „Bei Risikopatienten kann das Gehirn um bis zu zehn Prozent schrumpfen“, erklärt Erbguth. Besonders gefährdet sind Personen mit genetischer Vorbelastung, aber auch junge Erwachsene, die regelmäßig exzessiv trinken (Binge-Drinking).
Alkoholische Demenz: Symptome und Verlauf
Die Symptome ähneln denen der Alzheimer-Krankheit: Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Persönlichkeitsveränderungen. „Viele Betroffene verlieren im mittleren Lebensalter ihre Selbstständigkeit vollständig“, so der Neurologe. Anders als bei Alzheimer kann sich das Gehirn bei Abstinenz teilweise erholen – allerdings nur, wenn die Schädigung nicht zu weit fortgeschritten ist. „Die Regeneration dauert Monate bis Jahre und ist nie vollständig.“
Prävention: Wie schützt man sein Gehirn?
Der beste Schutz ist Verzicht. „Wer sein Demenzrisiko senken will, sollte Alkohol komplett meiden“, rät Erbguth. Auch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und geistige Aktivität können helfen, das Gehirn zu schützen. Die Deutsche Hirnstiftung empfiehlt, den Alkoholkonsum auf maximal ein bis zwei Tage pro Woche zu beschränken – und auch dann nur geringe Mengen.



