Alkoholverbot an Bahnhöfen: Ein richtiger, aber unzureichender Schritt
Das flächendeckende Alkoholverbot der Deutschen Bahn ist ein richtiger Schritt gegen Pöbeleien und Gewalt an Bahnhöfen. Viele Reisende haben an den Bahnhöfen deutscher Innenstädte Angst vor Rempeleien, Beleidigungen, Diebstahl und Übergriffen. Die Bahn nutzt mit dem Alkoholverbot endlich ihr Hausrecht – aber das allein greift zu kurz.
Drogenhandel als paralleles Problem
Auf den Bahnhöfen floriert seit Jahren die organisierte Drogenkriminalität. Wenn die Bahn ihre Sicherheitsgarantie ernst meint, müssen Dealer und die Junkie-Szene mit derselben Härte durch Hausverbote vertrieben werden. Das Problem dabei: Die Kriminalität verschwindet nicht, sie wird nur verlagert – auf die Vorplätze oder in die Fußgängerzonen.
Gemeinsames Konzept von Kommunen und Sicherheitsbehörden gefordert
Hier müssen Kommunen und Sicherheitsbehörden endlich ein gemeinsames Konzept entwickeln, um diese Kriminalität nicht nur zu verschieben, sondern nachhaltig zu bekämpfen. Mit einer verschärften Hausordnung allein wird das nicht funktionieren.
Belastung der Sicherheitskräfte
Leidtragende dieser neuen Maßnahmen sind jedoch die ohnehin chronisch unterbesetzten Sicherheitskräfte. Die Bundespolizei schafft es schon heute kaum, die bestehenden Messer- und Waffenverbote effektiv zu kontrollieren. Nun kommen auch noch Alkoholkontrollen hinzu. Eine Null-Toleranz-Strategie für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen wird nur funktionieren, wenn sie konsequent umgesetzt wird.



