Bayreuther Festspiele: Eklat um Michel Friedman eskaliert
Bayreuth: Eklat um Michel Friedman eskaliert

Die Bayreuther Festspiele wollten sich der antisemitischen Geschichte der Wagner-Stätte stellen und luden den Publizisten Michel Friedman ein. Dann wurde sein Auftritt abgesagt, nun soll er doch kommen. Was ist passiert? Ein Überblick in fünf Schritten.

1. Die Einladung

Die Bayreuther Festspiele hatten Michel Friedman eingeladen, um im Rahmen eines Begleitprogramms über den Antisemitismus Richard Wagners zu sprechen. Friedman, selbst Jude und prominenter Publizist, sollte eine kritische Auseinandersetzung mit dem antisemitischen Erbe des Komponisten ermöglichen.

2. Die Absage

Kurz vor dem geplanten Termin wurde der Auftritt überraschend abgesagt. Offiziell hieß es, man habe „unterschiedliche Auffassungen über die inhaltliche Ausrichtung“ des Vortrags. Friedman selbst kritisierte die Absage scharf und sprach von einem „Skandal“. Er warf den Festspielen vor, die „Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, ad absurdum geführt“ zu haben.

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3. Die Hintergründe

Medienberichten zufolge gab es interne Querelen innerhalb der Festspielleitung. Einige Verantwortliche sollen Bedenken geäußert haben, dass Friedmans Auftritt zu konfrontativ wirken könnte. Auch der Einfluss von Wagner-Anhängern, die eine kritische Aufarbeitung ablehnen, wurde als möglicher Grund genannt.

4. Die Kehrtwende

Nach massiver öffentlicher Kritik und Berichten in überregionalen Medien lenkten die Festspiele ein. In einer Pressemitteilung erklärten sie, dass Michel Friedman nun doch auftreten werde. Man habe „intensive Gespräche“ geführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus Wagners „unverzichtbar“ sei.

5. Die Reaktionen

Friedman zeigte sich erleichtert, aber auch skeptisch. Er betonte, dass es nicht um ihn persönlich gehe, sondern um die grundsätzliche Frage, wie mit dem antisemitischen Erbe Wagners umgegangen werde. Die Festspiele stünden in der Verantwortung, sich dieser Geschichte zu stellen. Der neue Termin für den Vortrag steht noch nicht fest.

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