Berliner CSD 2026: Erstmals zwei Tage, Hunderttausende erwartet
Berliner CSD 2026: Erstmals zwei Tage, Hunderttausende

Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin findet in diesem Jahr am 25. Juli statt und wird erstmals über zwei Tage gehen. Bereits am Freitag, dem 24. Juli, gibt es eine große Veranstaltung am Brandenburger Tor. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher werden zur Parade erwartet, die von der Leipziger Straße über den Potsdamer Platz und Nollendorfplatz bis zur Siegessäule und Straße des 17. Juni führt.

Motto „Haltung ist hot“ und politischer Bezug

Das diesjährige Motto „Haltung ist hot“ nimmt Bezug auf die Berlin-Wahl 2026. CSD-Vorstandsmitglied Julia Miosga erklärte: „Wir stehen auch in Berlin vor einer wichtigen Wahl. Deshalb rufen wir alle Berliner*innen dazu auf, Parteien zu wählen, welche die Würde des Menschen als unantastbar achten und die Regenbogenhauptstadt erhalten und weiterentwickeln wollen.“ Die Parade ist nach der Loveparade-Nachfolge-Veranstaltung „Rave the Planet“ das größte Open-Air-Event des Jahres in der Hauptstadt.

Neuerung: Demokratieabend am Vorabend

Erstmals findet am Freitag, dem 24. Juli, von etwa 18 bis 23 Uhr ein „Demokratieabend“ am Brandenburger Tor mit drei Bühnen statt. Geplant sind Musik, künstlerische Auftritte und politische Beiträge. Das genaue Programm wird kurz vor dem CSD bekannt gegeben. CSD-Vorstandsmitglied Thomas Hoffmann betonte: „Einige Kräfte wünschen sich, dass wir leiser oder kleiner werden. Das Gegenteil ist der Fall: Mit dem zusätzlichen Freitag schreiben wir Geschichte und werden alles dafür tun, Demokratie und Menschenrechte stärker denn je zu verteidigen.“

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Route der CSD-Parade 2026

Die Route entspricht der des Vorjahres. Nach einer Eröffnungszeremonie um 11:30 Uhr setzt sich der Zug gegen 12 Uhr in Bewegung. Die ersten Wagen treffen voraussichtlich gegen 15:30 Uhr am Ziel ein. Die Abschlusskundgebung findet am Abend vor dem Brandenburger Tor statt. Die Strecke im Detail:

  • Start: Leipziger Straße Ecke Spittelmarkt
  • Leipziger Straße
  • Potsdamer Platz
  • Potsdamer Straße
  • Bülowstraße
  • Nollendorfplatz
  • Kleiststraße
  • An der Urania
  • Schillstraße
  • Lützowplatz
  • Klingelhöferstraße
  • Hofjägerallee
  • Großer Stern
  • Ziel: Siegessäule/Straße des 17. Juni

Offizielle CSD-Partys

Nach der Parade wird in vielen Clubs weitergefeiert. Zu den offiziellen Partys zählen:

  • „House of Pride“ in den Aquahöfen in Kreuzberg (Ritter Butzke, Kreuzwerk, Modus Berlin) ab 21 Uhr, Tickets ab 30 Euro
  • Flinta-Party „Love Always Wins“ im Frannz-Club in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg ab 21 Uhr, Tickets ab 17 Euro
  • Flinta-Party „Love is Love“ im Maaya auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain ab 21 Uhr, Tickets ab 26 Euro

Erwartete Teilnehmerzahlen und Verkehrshinweise

Der Veranstalter, der Verein Berliner CSD, rechnet wie in den Vorjahren mit rund 500.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Entlang der Strecke kommt es zwischen 12 und 19 Uhr zu umfangreichen Sperrungen und Behinderungen. Empfohlen wird, auf S-Bahn und U-Bahn auszuweichen, da viele Buslinien umgeleitet oder unterbrochen sind. Informationen zu Sperrungen werden von der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) bereitgestellt.

Hintergrund: Christopher Street Day

Der Name erinnert an die Aufstände von Schwulen, Lesben und Transsexuellen im Jahr 1969 in der Christopher Street in New York, nachdem die Polizei die Bar „Stonewall Inn“ gestürmt hatte. Der CSD wird auch „Pride-Day“ genannt, was auf den Stolz auf Anderssein und Vielfalt anspielt. 1979 fanden die ersten deutschen CSDs in Berlin, Köln und Bremen statt.

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