Bär durchwühlt Kühlschrank in Shizukuishi
Eine Familie in der nordjapanischen Stadt Shizukuishi in der Präfektur Iwate hat am Montagabend die Polizei gerufen, nachdem ein Bär in ihre Küche eingedrungen war, den Kühlschrank geöffnet und den Inhalt auf dem Boden verstreut hatte. Laut einem Polizeibeamten deuteten Fußspuren darauf hin, dass das Tier anschließend durch eine Hintertür neben der Küche wieder ins Freie gelangte. Vor dem Haus durchwühlte der Bär eine Tonne mit Lebensmittelabfällen auf der Suche nach weiterer Nahrung.
Mehrere Bäreneinbrüche in der Region
In den vergangenen Tagen hätten mindestens vier weitere Haushalte in Shizukuishi Bäreneinbrüche gemeldet, sagte der Polizeibeamte. Die Vorfälle sind Teil einer besorgniserregenden Entwicklung: In Japan dringen immer häufiger Bären in besiedelte Gebiete vor. Seit dem 1. April gab es offiziellen Angaben zufolge mindestens fünf Todesfälle durch Bärenattacken, alle in der nördlichen Region Tohoku. Die japanischen Medien berichten regelmäßig über Bärensichtungen in Einkaufszentren, Parks und an Schulen.
Behörden reagieren mit Überwachung und Übungen
Angesichts der zunehmenden Gefahr installieren die Behörden landesweit Hunderte Überwachungskameras. Wie die Deutsche Welle Ende Juni berichtete, sind sogenannte „Bear Drills“ inzwischen Teil von Sicherheitsübungen an Schulen. Dabei werden Bärenangriffe mit Kostümen nachgestellt, und zur Aufklärung kommen Drohnen zum Einsatz. Ziel ist es, Schüler und Lehrer auf mögliche Begegnungen mit Bären vorzubereiten.
Zwei Bärenarten und Ursachen für die Zunahme
In Japan leben zwei Bärenarten: der asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, und der größere Braunbär. Fachleute führen die Zunahme der Angriffe auf Menschen auf die schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete zurück. Hinzu kommt, dass es im vergangenen Jahr in Japans Wäldern nur wenige Eicheln gab, sodass die Bären gezwungen waren, auch in urbanen Gebieten nach Nahrung zu suchen.
Präventionsmaßnahmen für die Bevölkerung
Die Behörden raten in den betroffenen Regionen unter anderem dazu, nicht allein in die Berge zu gehen, beim Wandern ein Glöckchen am Rucksack zu befestigen und Bären-Abwehrspray mitzunehmen. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Zahl der gefährlichen Begegnungen zwischen Mensch und Bär zu reduzieren.



