Potsdamer Bürgerhaushalt: Sportstätten und Hitzeschutz vorn
Bürgerhaushalt Potsdam: Sportstätten und Hitzeschutz vorn

Die erste Runde des Potsdamer Bürgerhaushalts für die Jahre 2027 und 2028 ist entschieden. Insgesamt 707 Vorschläge hatten die Potsdamerinnen und Potsdamer eingereicht, und 25.764 Stimmen wurden im Vorentscheid abgegeben. Nun stehen die Themen fest, die die Stadtgesellschaft besonders bewegen: Sportstätten, Hitzeschutz, die zukünftige Trinkwasserversorgung und ein Böllerverbot an Silvester.

Breite Beteiligung an der Bürgerhaushalt-Vorauswahl

Die hohe Anzahl an Vorschlägen und Stimmen zeigt, dass die Potsdamer den Bürgerhaushalt als wichtiges Instrument der direkten Demokratie nutzen. Die Verwaltung der Landeshauptstadt hatte die Bürger im Frühjahr aufgerufen, ihre Ideen für die Verwendung von städtischen Haushaltsmitteln einzubringen. Aus 707 Vorschlägen wurden nun jene mit den meisten Stimmen für die nächste Phase ausgewählt. Die genaue Zahl der weitergekommenen Vorschläge wurde noch nicht veröffentlicht, es handelt sich um einen Zwischenstand.

Sportstätten an erster Stelle

Besonders häufig genannt wurde der Wunsch nach modernen und gut erhaltenen Sportstätten. Viele Potsdamer wünschen sich Investitionen in marode Sporthallen, die Sanierung von Sportplätzen oder den Neubau von Bewegungsflächen für Vereine und Schulen. Die steigenden Nutzerzahlen und der Sanierungsstau in der Sportinfrastruktur hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt.

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Hitzeschutz in der wachsenden Stadt

Ein weiteres dominierendes Thema ist der Hitzeschutz. Angesichts immer heißerer Sommer fordern die Bürger mehr Begrünung, Trinkbrunnen, Verschattung und entsiegelte Flächen. Die Landeshauptstadt wächst, und die Versiegelung nimmt zu – daher sehen viele Handlungsbedarf, um die Lebensqualität auch bei Hitze zu erhalten. Konkrete Vorschläge reichen von Dachbegrünungen über Fassadenbegrünungen bis hin zu einem Hitzeschutzplan für die Innenstadt.

Trinkwasserversorgung und Böllerverbot

Die künftige Trinkwasserversorgung ist ein weiterer Schwerpunkt. Potsdam leidet unter sinkenden Grundwasserpegeln, und die Bürger fordern eine nachhaltige Sicherung der Wasserversorgung – etwa durch effizientere Bewässerungssysteme und Schutz der Wasserressourcen. Das Böllerverbot an Silvester schließlich ist ein emotionales Thema. Viele Anwohner plädieren für ein Verbot von Feuerwerk in der Innenstadt, um Lärm, Feinstaub und Müll zu reduzieren sowie Tiere zu schützen.

Wie es weitergeht

Der Vorentscheid ist erst der Anfang. In einer zweiten Phase werden die ausgewählten Vorschläge von der Stadtverwaltung auf Machbarkeit und Kosten geprüft. Anschließend stimmen die Bürger noch einmal ab, welche Projekte tatsächlich in den Haushalt 2027/28 aufgenommen werden. Die endgültige Entscheidung fällt dann die Stadtverordnetenversammlung. Der Bürgerhaushalt ist ein etabliertes Instrument in Potsdam und soll die Transparenz und Teilhabe der Bürgerschaft stärken.

Die genauen Ergebnisse der Vorauswahl wird die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen veröffentlichen. Aus den 25.764 Stimmen lässt sich bereits ablesen, dass die Potsdamer ein großes Interesse an der Mitgestaltung ihrer Stadt haben. Die Themenvielfalt zeigt, dass viele verschiedene Bereiche des städtischen Lebens berührt werden – von der Freizeit über die Gesundheit bis zur Umwelt.

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