Im Zusammenhang mit der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana, bei der in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben kamen, hat die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen die Mitinhaberin der betroffenen Bar erhoben. Jessica Moretti wird nun auch der Urkundenfälschung beschuldigt, wie ihr Anwalt am Freitagabend nach einer mehrstündigen Befragung von Moretti und ihrem Ehemann in Sitten mitteilte.
Vorwurf der Urkundenfälschung
Konkret bezieht sich der Vorwurf auf eine Rechnung aus dem Jahr 2015, die den Kauf von Schaumstoffen während der damaligen Umbauarbeiten des Lokals betrifft. Die Ermittler vermuten, dass die Brandkatastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen. Diese war offenbar mit dem Schaumstoff verkleidet, um den es in der nun von den Ermittlern ins Visier genommenen Rechnung geht.
Rechtliche Vertretung weist Vorwurf zurück
Der Anwalt von Jessica Moretti wies den neuen Vorwurf energisch zurück. Die Rechnung habe „strikt keinen Zusammenhang mit der Tragödie von Crans-Montana“ gehabt, betonte er. Das Ehepaar Jacques und Jessica Moretti steht bereits wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung unter Ermittlungen.
Weitere Ermittlungen und Versäumnisse der Gemeinde
Neben den Morettis wird auch gegen mehrere andere mutmaßlich Verantwortliche ermittelt. Die Gemeinde Crans-Montana hat bereits eingeräumt, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar stattgefunden hatten, obwohl diese jährlich vorgeschrieben sind. Die Brandkatastrophe forderte 41 Todesopfer, zumeist junge Menschen, und verletzte 115 weitere Personen. Die genaue Ursache des Feuers wird weiterhin untersucht.



