CSD in Berlin abgebrochen: Auto rast in Menschenmenge – eine Tote
CSD-Abbruch in Berlin: Auto rammt Menge – eine Tote

Berlin. Ein Auto ist am Samstagabend nahe dem Potsdamer Platz in eine Menschenmenge gerast. Eine Frau kam ums Leben, zahlreiche Menschen erlitten Verletzungen. Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin wurde daraufhin vorzeitig abgebrochen. Ein in sozialen Medien verbreitetes Video zeigt die dramatischen Minuten des Abbruchs.

Der CSD-Abbruch im Video

Das Video, das auf Instagram kursiert, beginnt mit einem Auftritt einer Künstlerin auf der Bühne am Brandenburger Tor. Plötzlich betritt ein Mann die Bühne und fordert: „Achtung, Achtung. Bitte macht die Musik aus.“ Eine weitere Frau eilt zur Sängerin und signalisiert ihr mit Handbewegungen, den Auftritt zu beenden. Daraufhin verlassen die Künstlerin und die Tänzer die Bühne. Der Mann übernimmt das Mikrofon und sagt in ruhigem Ton: „Wenn ich auf die Bühne komme, gibt es leider nicht ganz so gute Nachrichten. Leider müssen wir die Veranstaltung aufgrund einer schwierigen Situation vorzeitig beenden.“ Er bittet die Besucher, ruhig und geordnet zu den Ausgängen zu gehen und den Weg zur Siegessäule zu meiden. Im Hintergrund sind vereinzelte „Warum?“-Rufe zu hören.

Die Hintergründe der Tat

Der Vorfall ereignete sich gegen 22:30 Uhr im Tiergarten, nur wenige Meter von der CSD-Bühne entfernt. Ein Fahrzeug war dort in eine Menschenmenge gerast. Nach Angaben der Polizei kam eine Frau ums Leben, die Zahl der Verletzten wird mit „zahlreich“ angegeben. Die Ermittler gehen von einem gezielten Angriff aus. Zum Fahrer liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Polizei hat umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, die Straßen rund um den Tatort sind weiträumig abgesperrt.

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Die Folgen für die Feiernden

Nur wenige Minuten nach dem Abbruch der Bühnenveranstaltung erschien auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“ Laut Veranstalter befanden sich zu diesem Zeitpunkt Hunderttausende Menschen auf dem Gelände. Die Stimmung kippte von ausgelassener Party in Verunsicherung. Viele Besucher machten sich sofort auf den Heimweg, andere suchten bei Freunden oder in nahegelegenen Geschäften Schutz. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Evakuierung zu begleiten und die Sicherheit zu gewährleisten.

Reaktionen und Ausblick

Berlins Regierender Bürgermeister zeigte sich bestürzt über die Tat. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, ließ er über seinen Sprecher mitteilen. Der CSD Berlin kündigte an, den Vorfall juristisch aufarbeiten zu wollen. Zunächst stehe aber die Unterstützung der Betroffenen im Vordergrund. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Der CSD als Zeichen der Toleranz und Vielfalt sei durch die Tat überschattet worden, so die Veranstalter. „Doch wir lassen uns nicht einschüchtern“, hieß es am Sonntagmorgen in einer ersten Stellungnahme.

Die Spuren der Tat sind noch sichtbar: Am Sonntagmorgen steht ein Polizeifahrzeug vor einer Bühne am Brandenburger Tor, wie ein Foto der dpa zeigt. Die Ermittlungen dauern an. Die Berlinerinnen und Berliner trauern um das Opfer und zeigen sich solidarisch mit der LGBTQ-Community. Die Frage nach dem Motiv bleibt vorerst unbeantwortet.

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