Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielten rund 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024 und ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Noch nie zuvor wurden mehr als 300.000 Menschen pro Jahr eingebürgert.
Häufigste Einbürgerungsarten
Den Angaben zufolge handelte es sich bei den meisten Einbürgerungen um sogenannte Regelfalleinbürgerungen. Diese setzen eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren in Deutschland voraus. Zudem wurden viele Ehepartner und Kinder miteingebürgert. Insgesamt entfielen 91 Prozent aller Fälle auf diese beiden Einbürgerungsarten.
Herkunftsländer der Eingebürgerten
Die größte Gruppe der Eingebürgerten stammte erneut aus Syrien. Allerdings sank ihre Zahl um 21 Prozent auf 65.600. Mit deutlichem Abstand folgten türkische und russische Staatsangehörige, deren Zahlen mit 34.100 beziehungsweise 19.700 jeweils um 51 Prozent anstiegen. Der starke Anstieg bei diesen Gruppen ist laut Statistischem Bundesamt maßgeblich auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurückzuführen, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Seitdem ist die mehrfache Staatsangehörigkeit generell möglich, während zuvor in der Regel die Aufgabe der bisherigen Nationalität erforderlich war.
Besonders stark stieg auch die Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus Bosnien-Herzegowina: mit einem Plus von 126 Prozent auf 8800. Aus den USA kamen 6600 Eingebürgerte, ein Anstieg von 100 Prozent.
Turbo-Einbürgerung spielt kaum eine Rolle
Die mittlerweile abgeschaffte Turbo-Einbürgerung mit verkürzter Aufenthaltsdauer aufgrund besonderer Integrationsleistungen spielte 2025 kaum eine Rolle. Wurden im Vorjahr noch 19.100 Menschen auf diesem Wege eingebürgert, waren es 2025 nur noch 1500 – weniger als ein Prozent aller Einbürgerungen. Die Regelung war Ende Oktober ausgelaufen.
Die Entwicklung zeigt, dass die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts die Einbürgerungszahlen deutlich beeinflusst hat. Insbesondere die Möglichkeit der Mehrfachstaatsangehörigkeit hat dazu geführt, dass mehr Menschen den Schritt zur Einbürgerung wagten.



