Der 19-jährige Linken-Politiker Lasko Schleunung ist in der Nacht zu Mittwoch in Berlin-Lichtenberg erneut Opfer eines gewalttätigen Angriffs geworden. Ein Unbekannter warf eine Flasche auf ihn und traf ihn am Hinterkopf. Sanitäter brachten den jungen Mann in ein Krankenhaus, wie die Berliner Polizei mitteilte. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Angriff im Nibelungenpark
Laut Polizei war Schleunung gegen Mitternacht im Nibelungenpark unterwegs, als ihm ein Mann entgegenkam. Nach einer kurzen Begegnung wurde der 19-Jährige beleidigt und dann mit einer Flasche am Hinterkopf getroffen. Schleunung flüchtete aus dem Park, eine Anwohnerin alarmierte die Rettungskräfte. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts einer politisch motivierten Straftat. Zu Tatverdächtigen oder dem Hintergrund machte die Polizei keine Angaben.
„Ich bin nicht gebrochen“
Schleunung selbst meldete sich via Pressemitteilung der Berliner Linken zu Wort: „Ich bin im Krankenhaus, aber ich bin nicht gebrochen.“ Er betonte, dass Angriffe wie dieser zeigten, dass rechte Gewalt in Berlin eine reale und wachsende Bedrohung sei. „Aber Faschisten werden niemals bestimmen, wer sich auf unseren Straßen sicher bewegen darf und wer nicht. Einschüchterung funktioniert bei mir nicht. Danke für eure Solidarität – wir sehen uns bald wieder auf der Straße und im Wahlkampf!“
Serie von Angriffen seit über einem Jahr
Schleunung, der als Bürgerdeputierter in Lichtenberg aktiv ist und rund 12.000 Follower auf TikTok hat, steht seit mehr als einem Jahr im Fokus von Rechten. Bereits im März 2025 wurde er von einem Hooligan bespuckt und bedroht. Wenig später landete im Briefkasten des Linkspartei-Büros in Friedrichsfelde ein Schreiben mit den Worten „Lasko töten“. Ende Mai 2025 eskalierte die Gewalt: Ein Unbekannter schlug ihm auf den Hinterkopf, Schleunung stürzte und wurde mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Auch damals nahm die Polizei Ermittlungen auf.
Solidarität der Linken
Bjoern Tielebein, Landesgeschäftsführer der Linken, solidarisierte sich mit Schleunung: „Wir sind geschockt vom neuerlichen Angriff auf unseren Genossen. Er hat unsere volle Solidarität. Ein Angriff auf eines unserer Mitglieder ist ein Angriff auf uns alle. Wir lassen uns nicht einschüchtern und stehen zusammen.“ Tielebein fügte hinzu: „Derzeit müssen wir davon ausgehen, dass diese Tat einen extrem rechten Hintergrund hat.“ Sollte sich der Verdacht bestätigen, reihe sich der Angriff in eine Kette zunehmender nazistischer Gewalt in Berlin ein. „Gerade im beginnenden Wahlkampf rechnen wir mit verstärkten Anfeindungen gegen Wahlhelfende und unsere Kandidierenden“, so Tielebein. Er forderte die Sicherheitsbehörden auf, den Vorfall schnellstmöglich aufzuklären.



