Fatboy Slim vergleicht Alkoholsucht mit einem Parasiten
Der britische Musiker Fatboy Slim, bürgerlich Norman Quentin Cook, hat in der BBC-Radiosendung „Desert Island Discs“ über seine Alkoholabhängigkeit gesprochen. Der 62-Jährige bezeichnete die Sucht als einen Parasiten, der alles daransetze, den Betroffenen nicht loszulassen. „Die Sucht weiß, dass sie keinen Platz mehr zum Leben hat, wenn man aufhört, also wird sie einem Dinge antun, um einen bei sich zu halten“, erklärte Cook. Bei ihm habe sich das in Form von lähmender Angst geäußert, nach dem Entzug nüchtern aufzutreten.
Lähmende Angst vor der ersten nüchternen Show
Nach seinem Aufenthalt in einer Entzugsklinik sei er bei dem Gedanken an einen nüchternen Auftritt zunächst wie gelähmt gewesen. „Ich habe mich gefragt, was ich hier eigentlich tue, und war total verkrampft“, erinnerte sich der DJ. Besonders die Reaktionen des Publikums hätten ihm Sorgen bereitet. Die Angst sei so überwältigend gewesen, dass er sich fragte, ob er überhaupt noch auftreten könne.
Eine „wunderschöne Nacht in Japan“ als Wendepunkt
Die Wende brachte laut Cook eine „wunderschöne Nacht in Japan“. Das Publikum dort sei „einfach unglaublich mitreißend“ gewesen. In diesem Moment sei ihm klar geworden, dass es bei seiner Arbeit nicht um ihn selbst, sondern darum gehe, das Publikum glücklich zu machen. „Das hat mir geholfen, meine Ängste zu überwinden“, sagte der Musiker. Seitdem kann er wieder unbeschwert auftreten.
Entzug als schwierigste Entscheidung seines Lebens
Mit dem Alkohol aufzuhören, sei „wahrscheinlich das Schwierigste, was ich je getan habe“, gestand Fatboy Slim. Ohne die professionelle Hilfe in der Entzugsklinik hätte er es nicht geschafft. „Ich brauchte jemanden, der mir einen Monat lang die Wahrheit um die Ohren hämmerte: ‚Du wirst sterben, und du wirst unglücklich sein, wenn du damit nicht aufhörst.‘“ Der Auslöser für den Entzug sei eine klare Ansage seiner Frau gewesen: Sie drohte ihm mit Trennung, wenn er nicht mit dem Trinken aufhöre. „Das war mein Weckruf. Zuvor hatten mich schon unzählige Menschen angeschrien, aber am Ende wurde es mir ganz leise zugeflüstert“, so der Künstler.
15 Jahre trocken: Ein Leben ohne Alkohol
Fatboy Slim ist nach eigenen Angaben seit 15 Jahren trocken. Der Schritt habe sein Leben verändert. Heute genieße er seine Auftritte mehr denn je, da er nun wirklich präsent sei. Der Musiker hofft, dass seine Geschichte andere Betroffene ermutigen kann, den Weg in die Abstinenz zu wagen.



