Die griechische Insel Lesbos, bekannt für ihre hochwertige Feta-Produktion, kämpft mit einem schwerwiegenden Seuchenausbruch. Seit März breitet sich die Maul- und Klauenseuche auf der Insel aus, eine hochansteckende Viruserkrankung, die Paarhufer wie Schafe, Ziegen und Rinder befällt. Die Folgen sind verheerend: Tausende Tiere mussten bereits getötet werden, und die Feta-Produktion ist massiv beeinträchtigt.
Erste Anzeichen der Seuche
Am 15. März entdeckte ein Tierarzt auf einem Hof im Norden der Insel eine Kuh mit ungewöhnlichem Speichelfluss. Die Tests bestätigten den Verdacht auf Maul- und Klauenseuche. Die Behörden in Athen wurden sofort informiert, und es wurden strenge Quarantänemaßnahmen verhängt. Seitdem sind mehr als 80 Fälle gemeldet worden. Bis zum Ende der ersten Maiwoche wurden laut dem griechischen Landwirtschaftsministerium knapp 28.000 Tiere getötet, um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen.
Betroffene Bauern und ihre Herden
Nicky Parellis, eine Schafzüchterin auf Lesbos, zeigt sich erleichtert, dass ihre Herde bisher verschont geblieben ist. „Wir haben Glück“, sagt sie, während sie ein kleines Lamm im Arm hält. „Noch ist keines meiner Schafe offiziell erkrankt.“ Doch die Angst ist allgegenwärtig. Die Seuche könnte jederzeit auf ihren Hof überspringen. Parellis hat Desinfektionsmittel am Eingang ihres Hofs aufgestellt und befolgt strikte Hygieneregeln, um eine Ansteckung zu verhindern.
Auswirkungen auf die Feta-Produktion
Lesbos ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Feta in Griechenland. Die Maul- und Klauenseuche hat die Lieferketten schwer getroffen. In den Käsereien stapelt sich der Feta bis unter die Decke, da die Abnahme durch die Restaurants und den Einzelhandel aufgrund der Pandemie ohnehin eingeschränkt ist. Viele Bauern befürchten existenzielle Verluste, wenn die Seuche nicht bald eingedämmt wird.
Maßnahmen der Behörden
Die griechischen Behörden haben umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Seuche zu bekämpfen. Dazu gehören die Tötung infizierter und gefährdeter Tiere, die Einrichtung von Sperrzonen sowie die Desinfektion von Fahrzeugen und Geräten. Auch die Bewegung von Tieren innerhalb der Insel wurde stark eingeschränkt. Experten warnen jedoch, dass die Seuche noch Monate andauern könnte, wenn sie nicht vollständig ausgerottet wird.
Wirtschaftliche Folgen
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bereits jetzt spürbar. Viele Bauern haben ihre gesamte Herde verloren und stehen vor dem Ruin. Die griechische Regierung hat Hilfsgelder in Aussicht gestellt, doch die Auszahlung lässt auf sich warten. Die Feta-Produktion auf Lesbos wird voraussichtlich noch lange unter den Folgen der Seuche leiden.
Die Maul- und Klauenseuche ist für Menschen ungefährlich, stellt aber eine große Bedrohung für die Landwirtschaft dar. Die Viren können über kontaminierte Kleidung, Fahrzeuge oder Tiere übertragen werden. Daher ist die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.



