Anlässlich des Internationalen Frauentags veranstaltete das Multikulturelle Centrum (MKC) in Templin eine Filmnacht mit zwei Filmen, die unterschiedliche Facetten des Frauenbildes zeigen. Gezeigt wurden die Dokumentation „Stolz & Eigensinn“ von Regisseur Gerd Kroske und das Drama „Lolita lesen in Teheran“ von Eran Riklis.
MKC-Geschäftsführerin Kathrin Bohm-Berg betonte, dass die Filmnacht eine aus der DDR gewachsene positive Tradition aufgreife. „Wir ermöglichen Frauen, sich im MKC zu treffen und einen schönen Abend zu verbringen“, so Bohm-Berg. Gleichzeitig solle das Thema Gleichberechtigung aufgegriffen werden. „Zwar gibt es in Brandenburg 30 Prozent Frauen in Führungspositionen und tolle Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Trotzdem sind wir von wirklicher Gleichberechtigung im Land ein gutes Stück entfernt.“
In „Stolz & Eigensinn“ kommen Frauen zu Wort, die in Industrie-Großbetrieben der DDR arbeiteten und nach der Wende eine Entlassungswelle erlebten. Der Film zeigt Interviews aus den 1990er-Jahren und lässt die Frauen Jahrzehnte später darauf reagieren. Die 14-jährige Ella Neumann aus Templin war beeindruckt, wie sich Frauen in Männerberufen durchgesetzt haben. Ihre Mutter Jana Neumann ergänzte: „Man hat gespürt, dass die Wende im Leben dieser Frauen ein tiefer Einschnitt war.“
Zwischen den Filmen lud das MKC zu einem Buffet ein, das von Frauen der Initiative „Culinary Crossroads“ zubereitet wurde. Shmoos aus dem Sudan erklärte: „Eigentlich sind wir sechs Frauen, heute haben wir vier Gerichte aus ihrer Heimat zubereitet.“ Mit dabei waren Suad aus Syrien, Soma aus Afghanistan und Nina aus der Ukraine. Die Gäste bedankten sich begeistert.



