Hunderte gedenken der Opfer der Schüsse in Stade und Garbsen
Gedenken in Stade und Garbsen: Hunderte trauern gemeinsam

Nach der schrecklichen Gewalttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist die Trauer weiterhin allgegenwärtig. Hunderte Menschen suchten bei Gedenkveranstaltungen in Garbsen und Stade Trost in der Gemeinschaft. Die Fassungslosigkeit über das Verbrechen, das sich am Montag ereignete, ist nach wie vor groß.

Stiller Trauermarsch in Stade mit 350 Teilnehmern

In Stade schlossen sich am Nachmittag rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einem stillen Trauermarsch an, wie die Polizei mitteilte. Im Anschluss fand ein Konzert statt, dessen Erlöse der Jugendhilfeeinrichtung und den Hinterbliebenen der Opfer zugutekommen sollen. Die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, gaben dies bekannt.

Sechs Tote nach Schüssen in Jugendhilfeeinrichtung

Am Montag waren insgesamt sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade durch Schüsse getötet worden. Der mutmaßliche Täter, ein 45-jähriger Mann, handelte nach bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine kleine Tochter. Neben drei Menschen aus der Einrichtung starben auch drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover.

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Interreligiöse Gedenkfeier in Garbsen

Bereits am Vormittag luden die Stadt Garbsen und die Region Hannover zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht bot den Menschen die Möglichkeit zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

Ministerpräsident Lies spricht bei Trauerfeier

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Lies (SPD) erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich auf den Weg nach Stade zu einem Gespräch in die Jugendhilfeeinrichtung gemacht hatten, um ihre Aufgabe zu erfüllen – und dann getötet wurden. „Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle“, sagte Lies laut Redemanuskript. „Wir sind im ganzen Land vereint – in unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann.“

Sorgen der Mitarbeiter sozialer Dienste

Lies betonte, man denke heute auch an die Kollegen der Getöteten – etwa in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Jugendämtern und in sozialen Diensten. „Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen“, sagte der Ministerpräsident. „Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden.“

Burgdorf schränkt Zugang zu Stadtverwaltung ein

Die Stadt Burgdorf in der Region Hannover kündigte unterdessen an, den Zugang zu einem Gebäude der Stadtverwaltung einzuschränken, in dem unter anderem die Abteilungen Jugendhilfe, Schulen sowie Familien und Kinder untergebracht sind. „Die Ereignisse in Stade haben uns alle tief betroffen gemacht“, sagte Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) in einer Mitteilung. „Zugleich nehmen wir sehr ernst, dass das Sicherheitsbedürfnis unserer Mitarbeitenden gestiegen ist.“ Mit einer angepassten Zugangsregelung schaffe die Stadt kurzfristig mehr Kontrolle, ohne den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern einzuschränken.

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