Gender Gap im Thüringer Sport: Fußball männlich, Cheerleading weiblich
Gender Gap im Thüringer Sport: Fußball männlich, Cheerleading weiblich

Der Breitensport in Thüringen ist weiterhin stark von Geschlechtertrennung geprägt. Wie der Landessportbund Thüringen mitteilt, gibt es Sportarten, die nahezu ausschließlich von Männern oder Frauen ausgeübt werden. Gleichzeitig existieren jedoch auch Disziplinen mit einer ausgewogenen Geschlechterverteilung.

Fußball und Billard: Männerdomänen mit 90 Prozent Anteil

Zu den am stärksten von Männern dominierten Sportarten zählen in Thüringen Billard, Darts, Fußball, Schach und Tischfußball. In diesen Sportarten liegt der Männeranteil bei etwa 90 Prozent. Auch der Schießsport weist mit rund 80 Prozent einen hohen Männeranteil auf. Diese Zahlen basieren auf den aktuellen Daten des Landessportbundes.

Cheerleading und Reiten: Fast reine Frauensportarten

Auf der anderen Seite sind Cheerleading, Reitsport, Tanzen und Turnen fast ausschließlich weiblich dominiert. Beim Cheerleading beträgt der Frauenanteil laut Landessportbund 97 Prozent. Diese extremen Unterschiede verdeutlichen den anhaltenden Gender Gap im Thüringer Breitensport.

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Auch ausgeglichene Sportarten: Schwimmen und Leichtathletik

Es gibt jedoch auch Sportarten, in denen beide Geschlechter nahezu gleichberechtigt vertreten sind. Dazu gehören Schwimmen, Leichtathletik und Wandern. Auch Volleyball, Klettern, Karate und Skisport weisen eine ausgewogene Geschlechterverteilung auf. „Gleichzeitig zeigen zahlreiche Sportarten, dass eine ausgewogene Geschlechterverteilung möglich ist“, sagte die Sprecherin des Landessportbundes, Silvia Otto, der Deutschen Presse-Agentur.

Ziel: Gleichberechtigter Zugang, nicht vollständige Auflösung der Unterschiede

Der Landessportbund strebt nicht an, die Geschlechterunterschiede vollständig aufzulösen. „Sondern allen Menschen unabhängig von Geschlechterstereotypen den gleichberechtigten Zugang zu jeder Sportart zu ermöglichen“, betonte Otto. „Entscheidend ist, dass persönliche Interessen und nicht gesellschaftliche Erwartungen die Sportwahl bestimmen.“

Mediale Berichterstattung als Hebel für mehr Sichtbarkeit

Um Frauen im Sport zu fördern, setzen der Landessportbund und die Thüringer Landesregierung auf gezielte Maßnahmen. Ein Ansatz ist die verstärkte Berichterstattung über Sportlerinnen. „Eine ausgewogenere mediale Berichterstattung kann absolut einen wichtigen Beitrag leisten, weil sie weibliche Vorbilder sichtbarer macht und traditionelle Rollenbilder aufbricht“, so Otto. Dabei müssten die sportlichen Leistungen im Vordergrund stehen und nicht die Bewertung des Aussehens.

Wintersport in Oberhof: Starke Vorbilder für Mädchen

Auf eine Kleine Anfrage der Linke-Landtagsfraktion hatte die Landesregierung jüngst ähnlich geäußert. „Besonders in Thüringen bietet der Wintersport in Oberhof starke Vorbilder für Mädchen und junge Frauen“, hieß es in der Antwort der Thüringer Staatskanzlei. Zu den bekannten Wintersportlerinnen aus Thüringen zählen die dreimalige Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm und Vanessa Voigt, die bei den jüngsten Olympischen Winterspielen Bronze mit der deutschen Mixed-Biathlon-Staffel gewann.

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