Berlin erlebt in diesen Tagen zwei Realitäten gleichzeitig. Einerseits die Lage in den Parks und Grünflächen: Der Eichenprozessionsspinner hat sich in unzähligen Bäumen ausgebreitet. In manchen Eichen haben sich ein Dutzend Nester der Raupen gebildet, deren Härchen Hautreaktionen, Juckreiz und vereinzelt Atembeschwerden auslösen können. Andererseits die politische Diskussion, die sich einmal mehr um Schuldzuweisungen dreht, statt um konkrete Lösungen.
Die Bürger fühlen sich im Stich gelassen
Berlins Bürger sind verunsichert. Nach dem Glatteis-Chaos im Winter, das viele Wege unpassierbar machte, sind nun die Raupen des Eichenprozessionsspinners eine neue Belastungsprobe. Die Menschen fragen sich, wer für die Bekämpfung zuständig ist und warum nicht schneller gehandelt wird. Statt Antworten erhalten sie jedoch politisches Geplänkel.
Politik pocht auf Zuständigkeiten
Die Politik verweist auf Zuständigkeiten: Die Bezirke seien verantwortlich, der Senat habe keine direkte Handhabe. Doch diese Haltung verpasst eine Chance, im Wahlkampf mit Tatkraft zu punkten. Stattdessen wird die Verantwortung hin- und hergeschoben, während die Bürger weiter unter den Folgen leiden.
Ein Kommentar von Christian Latz: Mit einer solchen Mentalität hilft auch die beste Verwaltungsreform nicht. Es braucht ein Umdenken: Weg von der Suche nach Schuldigen, hin zu gemeinsamen Lösungen. Die Bürger erwarten zu Recht, dass die Politik handelt – und nicht nur debattiert.



