Handgranaten und Kugelbomben: Neue Eskalation in Berlin?
Handgranaten und Kugelbomben in Berlin

Zwei Explosionen in Berlin innerhalb weniger Tage haben die Behörden alarmiert. In beiden Fällen wurden Handgranaten und Kugelbomben eingesetzt – Waffen, die bislang eher aus Kriegsgebieten bekannt sind. Ermittler befürchten eine neue Eskalationsstufe bei Auseinandersetzungen im Rotlichtmilieu und bei Schutzgelderpressungen.

Explosionen in Wedding und Neukölln

Am 22. Juni 2026 detonierte vor einem Geschäft im Berliner Wedding ein Sprengsatz. Nur wenige Tage später gab es eine weitere Explosion in Neukölln. In beiden Fällen wurden nach Angaben der Polizei sogenannte Kugelbomben und Handgranaten verwendet. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden ist jedoch erheblich.

Die Polizei geht von einem Zusammenhang mit Schutzgelderpressungen aus. „Wir beobachten eine zunehmende Verrohung der Methoden“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts. „Bislang wurden Konflikte vor allem mit Schusswaffen ausgetragen. Der Einsatz von Sprengstoff ist eine neue Dimension.“

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Hintergründe der Gewalt

Ermittler vermuten, dass rivalisierende Gruppen um die Kontrolle von Bordellen, Spielhallen und anderen Etablissements kämpfen. Die Täter wollten offenbar Einschüchterung erzielen. „Die Botschaft ist klar: Wer nicht zahlt, riskiert nicht nur sein Leben, sondern auch sein Eigentum“, so ein Ermittler.

Laut Polizeistatistik gab es im ersten Halbjahr 2026 bereits 15 Fälle von Schutzgelderpressung in Berlin – ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Reaktionen aus der Politik

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zeigte sich besorgt. „Wir werden mit aller Härte gegen diese kriminellen Machenschaften vorgehen. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität.“ Sie kündigte verstärkte Polizeipräsenz in den betroffenen Bezirken an.

Die Opposition forderte einen Sonderermittler. „Die Zustände sind untragbar. Wir brauchen eine Taskforce, die sich ausschließlich um diese Fälle kümmert“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. Bislang gibt es keine Festnahmen. Die Ermittler suchen nach Zeugen, die die Taten beobachtet haben. „Wir bitten die Bevölkerung um Mithilfe“, so der LKA-Sprecher. „Jeder Hinweis kann entscheidend sein.“

Die Explosionen haben auch die Anwohner verunsichert. „Ich habe Angst, nachts auf die Straße zu gehen“, sagte ein Geschäftsinhaber aus Wedding. Die Polizei hat ihre Streifenfahrten in den betroffenen Gebieten intensiviert.

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