Berliner HAU diskutiert über Obdachlosigkeit und Verdrängung
HAU diskutiert Obdachlosigkeit und Verdrängung in Berlin

Das Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) in Kreuzberg widmet sich in seinem Format „Berlin bleibt #5 – Nachbarschaften in Bewegung“ erneut stadtpolitischen Themen wie Verdrängung, Zwangsräumungen und Obdachlosigkeit. Vom 26. Juni bis zum 4. Juli 2025 finden Diskussionen und Vorträge statt. „Wir sehen uns als Theater der Stadtgesellschaft“, sagt Intendantin Annemie Vanackere dem Tagesspiegel. „Entwicklungen sollen gemeinsam mit den Menschen diskutiert werden, die davon betroffen sind.“

Fokus auf Wohnungsfrage und Teilhabe

Das Format findet seit 2019 jährlich statt. Bereits die erste Ausgabe stellte die Wohnungsfrage in den Mittelpunkt. In der Programmbeschreibung des HAU heißt es, seit 2019 sei in Berlin „vieles nicht geblieben, sondern verschwunden, ersetzt und verdrängt worden“. In diesem Jahr wirft das Format einen Blick auf eine Stadt im Wandel und möchte Fragen von Teilhabe und Ausschluss stellen.

Ein Höhepunkt ist die Diskussion „Ohne Bleibe – Recht auf Wohnen als politischer Auftrag“ am 1. Juli. Auf dem Podium sitzen Politiker:innen und Sozialarbeiter:innen; Fragen aus dem Publikum sind willkommen. Thema ist, was es braucht, um das Menschenrecht auf Wohnen umzusetzen. Am 4. Juli sprechen Berliner Expert:innen und Vertreter:innen sozialer Initiativen über Ursachen und Lösungen von Obdachlosigkeit.

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Theater als Ort der Stadtgesellschaft

„Das Recht auf Wohnen ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Stadt“, sagt Intendantin Vanackere. „Die Wohnungskrise, ausgelöst durch eine kapitalistische Verwertungslogik und Renditestreben, führt dazu, dass immer mehr Menschen ihr Zuhause verlieren oder gar keinen Zugang zu Wohnraum finden.“ Sie betont die Verantwortung des Theaters: „Hier sehe ich die Verantwortung und das Potenzial eines Theaters für diese Stadt.“ Das HAU wolle „Räume für Perspektiven schaffen, die im öffentlichen Diskurs oft fehlen“.

Neben dem HAU planen auch andere Berliner Bühnen wie die Volksbühne unter Intendant Matthias Lilienthal sommerliche Aktionen, etwa ein Schwimmbad vor dem Haus. Lilienthal begründet dies damit, dass ein Theater das biete, was eine Stadtgesellschaft brauche – und davon gebe es in Berlin zu wenig.

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