Hapag-Lloyd: Alle festgesetzten Schiffe im Golf wieder frei
Hapag-Lloyd: Alle im Golf festgesetzten Schiffe frei

Die deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd hat alle im Persischen Golf festgesetzten Schiffe freibekommen. Eine Konzernsprecherin erklärte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters, alle Frachter, die von der vorübergehenden Schließung der Straße von Hormus betroffen waren, hätten die Region inzwischen sicher verlassen. Dies sei erst nach sorgfältiger Bewertung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit den relevanten Behörden, Sicherheitspartnern sowie den Teams an Bord und an Land erfolgt. Aus Sicherheitsgründen gebe Hapag-Lloyd keine Details wie Namen einzelner Schiffe, Routen oder Zeitpläne bekannt.

Hintergrund der Festsetzung

Vor gut zwei Wochen waren noch vier Hapag-Lloyd-Schiffe wegen des Iran-Kriegs im Persischen Golf festgesteckt. Ursprünglich waren es sechs Schiffe mit 150 Seeleuten gewesen. Eines kam bereits im April frei, bei einem anderen lief der Chartervertrag aus, sodass es nicht mehr zur Hapag-Lloyd-Flotte gehörte. Nach der jüngsten Einigung der USA und des Iran auf ein vorläufiges Friedensabkommen hatte das Hamburger Unternehmen die Hoffnung geäußert, dass auch die verbliebenen Schiffe bald die Straße von Hormus passieren können.

Gemeinsames Seemanöver vor Haifa

Die deutsche und die israelische Marine haben vor der Hafenstadt Haifa eine gemeinsame Übung abgehalten. Dies sei Teil der laufenden Zusammenarbeit beider Streitkräfte, teilte das israelische Militär mit. Ein Schiff der deutschen Marine habe Haifa zuvor einen Hafenbesuch abgestattet. Der Besuch stelle einen weiteren Schritt zur Stärkung der fachlichen und operativen Beziehungen zwischen den beiden Marinen dar. Fregattenkapitän Volker Kübsch, Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, und der Kommandant des deutschen Schiffs, Rico Geisler, trafen mit dem Kommandeur des Marinestützpunkts Haifa, Konteradmiral Eres Ben Zion, zusammen. Dabei sei über die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit gesprochen worden.

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Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Für die Durchfahrt der Straße von Hormus sollen nach Angaben Omans keine Gebühren erhoben werden. „Zukünftige Regelungen mit Blick auf die Straße von Hormus beinhalten keine Erhebung irgendwelcher Transitgebühren“, teilte Omans Außenminister Badr al-Busaidi mit. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran habe das Ziel, dort die Freiheit der Schifffahrt und sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Der Verkehr auf dem wichtigen Seeweg kam im Zuge des Iran-Kriegs faktisch zum Erliegen. Im ausgehandelten Rahmenabkommen ist festgelegt, dass der Iran während der 60-tägigen Verhandlungen keine Gebühren verlangen darf. Wie es danach weitergeht, soll der Iran mit dem Oman aushandeln – unter Beachtung des internationalen Rechts und Einbeziehung der Anrainerstaaten. Völkerrechtler halten Gebühren für problematisch. Der Iran hat unterdessen neue Regeln für die Zukunft signalisiert. Für einen Zeitraum von 60 Tagen würden keine Gebühren für Sicherheit, Umweltdienstleistungen und Versicherungen erhoben, teilte die Persian Gulf Strait Authority auf X mit – ein Anzeichen, dass Teheran sich längerfristig für die Erhebung von Gebühren einsetzen würde.

Erneut Tote bei israelischem Drohnenangriff im Libanon

Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon wurden örtlichen Angaben zufolge drei Menschen getötet. Wie die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, wurde ein weiterer Mensch verletzt, als eine israelische Drohne das Fahrzeug auf der Straße zwischen Sawtar und Maifadun attackierte. Es handelte sich um den dritten tödlichen Angriff seit Dienstag, insgesamt wurden seither sieben Menschen getötet. Am Vortag sind bei einem ähnlichen Angriff trotz einer Waffenruhe mindestens zwei Menschen getötet worden, wie libanesische Sicherheits- und Sanitätskreise der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten.

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Rubio warnt vor Gebühren als Präzedenzfall

US-Außenminister Marco Rubio hat vor Chaos gewarnt, sollte der Iran wie angedroht Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. Würde eine Gebühr für eine internationale Wasserstraße akzeptiert, dann würde sich das auf der ganzen Welt verbreiten, warnte Rubio am Donnerstag auf einem Treffen des Golf-Kooperationsrates in Bahrain. Er hob hervor, dass internationale Wasserwege keinem Staat gehörten. „Das ist ein grundlegendes Prinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im Chaos versinken würde.“

Dementis zu israelischem Truppenabzug im Südlibanon

Israel und der Libanon haben Angaben der USA über einen Teilabzug israelischer Truppen aus dem besetzten Südlibanon zurückgewiesen. Ein hochrangiger Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, die Armee werde sich nicht aus der sogenannten Pufferzone zurückziehen. Zudem erklärte ein ranghoher libanesischer Militärvertreter, die Entwicklungen vor Ort zeigten das Gegenteil eines Abzugs. Zuvor hatte ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärt, Israel habe als Geste des guten Willens gegenüber der libanesischen Regierung Truppen aus einem Teil der Pufferzone abgezogen. Die USA unterstützen einen Vorschlag für eine Pilotzone, in der israelische Truppen besetztes Gebiet an das libanesische Militär übergeben sollen. Ziel sei es, die vollständige und überprüfbare Zerstörung von Waffen und Infrastruktur der Hisbollah sicherzustellen. Der libanesische Offizier betonte jedoch, die israelischen Truppen würden die Pufferzone weiterhin gegen jeden abriegeln, der sich ihr nähere – auch gegen libanesische Soldaten.

Verkehr durch Straße von Hormus normalisiert sich

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zeigt Analysen zufolge erste Anzeichen von Normalisierung. 70 Durchfahrten zählte der Datenanbieter Kpler am Mittwoch nach Angaben eines Sprechers. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es täglich mehr als 100 gewesen. Der Datenanbieter Windward schrieb in einer Analyse, kommerzieller Verkehr in der Straße von Hormus nähere sich funktioneller Normalität an. Der Anbieter berichtete von mehr Aus- als Einfahrten. China sei das Hauptzielland für ölexportierende Schiffe.

US-Senat lehnt Einschränkung von Trumps Befugnissen ab

Nachdem der Kongress erst am Dienstag mehrheitlich für die Beschränkung der Befugnisse des US-Präsidenten im Iran-Krieg gestimmt hatte, stellte er sich tags drauf in einem neuen Votum wieder hinter Donald Trump. Eine Resolution, die Trumps Vorgehen weiter einschränken sollte, wurde am Mittwoch mit 50 zu 47 Stimmen zurückgewiesen. Kurz zuvor war es US-Medienberichten zufolge bei einem gemeinsamen Essen von Trump und republikanischen Parlamentariern zu einem heftigen Meinungsaustausch gekommen. Die New York Times berichtete unter Berufung auf Senator John Kennedy, Trump sei bei dem Mittagessen wütend wie eine Hornisse gewesen. Stunden später stimmten die republikanischen Senatoren Rand Paul und Bill Cassidy, die tags zuvor noch für eine Einschränkung gestimmt hatten, wieder in Trumps Sinne ab. Trump äußerte sich daraufhin erfreut: „Diese Abstimmung ist eine Warnung an den Iran“, schrieb er auf Truth Social.

Iran warnt Schiffe vor Durchfahrt ohne Genehmigung

Der Iran hat Schiffe davor gewarnt, ohne seine Genehmigung die Straße von Hormus zu passieren. Die einige zulässige Route durch die Meerenge werde von der Islamischen Republik Iran bekanntgegeben, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Donnerstag. Eine Durchfahrt ohne Genehmigung sei inakzeptabel und gefährlich und werde angemessene Maßnahmen nach sich ziehen. Teheran hat wiederholt angekündigt, für die Durchquerung der Meerenge künftig Gebühren erheben zu wollen. Die USA lehnen dies ab und verweisen darauf, dass es sich um eine internationale Wasserstraße handele. Die Hauptschifffahrtsrouten liegen allerdings in omanischen und teilweise auch in iranischen Hoheitsgewässern. Vor dem Krieg war die Durchfahrt kostenlos.

Ölpreis fällt unter Vorkriegsniveau

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent ist erstmals unter sein Schlusskurs-Niveau vor Beginn des Iran-Krieges gesunken. Für ein Barrel Brent bei Lieferung im August wurden am Donnerstag 72,44 Dollar aufgerufen. Dies war weniger als der Schlusskurs von 72,48 Dollar am 27. Februar – dem Vorabend des Beginns des Iran-Kriegs durch US-israelische Angriffe auf das Land. Die Ölpreise sinken schon seit Tagen, da immer mehr Schiffe die Straße von Hormus durchqueren können.

Trump beantragt 88 Milliarden Dollar für Iran-Krieg

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat beim Kongress die Freigabe von zusätzlichen 88 Milliarden Dollar beantragt – hauptsächlich für die Finanzierung des Iran-Kriegs. In dem am Mittwoch eingereichten wichtigen und dringenden Antrag forderte das Weiße Haus allein 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das restliche Geld ist unter anderem für Hilfen für Bauern und Agrarunternehmen sowie Infrastrukturprojekte vorgesehen. Von den beantragten 67 Milliarden Dollar für das Pentagon sind allein 21 Milliarden für Munition und sonstige militärische Ausrüstung vorgesehen. Weitere 17,3 Milliarden Dollar sind für Operationskosten und 12,1 Milliarden Dollar für nicht näher benannte Geheimprogramme eingeplant. Zudem fordert das Weiße Haus knapp 768 Millionen Dollar für das Energieministerium, um Maßnahmen zur Nuklear- und Energiesicherheit mit Bezug zum Iran-Krieg zu finanzieren. Rund 300 Millionen Dollar sollen an das Außenministerium gehen, sie sind für Sicherheitsvorkehrungen an Botschaften in Ländern rings um den Iran gedacht.

Ölpreise auf Tiefstand seit Kriegsbeginn

Die Ölpreise fielen am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit der Zeit vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,3 Prozent auf 73,74 Dollar je Barrel und markierte zeitweise mit 73,12 Dollar den tiefsten Wert seit dem 27. Februar. Die US-Sorte WTI gab um 3,9 Prozent auf 70,34 Dollar nach und rutschte zwischenzeitlich erstmals seit dem 2. März unter die Marke von 70 Dollar.

Wichtiges Ölfeld im Irak stellt Betrieb ein

Als Folge des Iran-Kriegs hat eines der wichtigsten Ölfelder im Irak seinen Betrieb einstellen müssen. Der Betreiber des Ölfelds West Qurna-2 in der südirakischen Provinz Basra teilte mit, die Rohölförderung und der Lagerbetrieb seien vollständig eingestellt worden. Das Unternehmen verwies zur Begründung auf die unvorhersehbaren Auswirkungen des Iran-Kriegs in der Region, etwa die fehlende Verfügbarkeit von Öltankern. Der Irak hatte seine Rohölproduktion bereits im März gedrosselt und wegen der Folgen des am 28. Februar ausgebrochenen Krieges für bestimmte Ölfelder den Force-Majeure-Fall erklärt. Das Ölfeld West Qurna-2 hatte seine Produktion im März deutlich herunterfahren müssen und befand sich derzeit im Wiederhochlauf. West Qurna-2 wird derzeit von einem irakischen Unternehmen betrieben, nachdem der russische Energiekonzern Lukoil sich aufgrund von US-Sanktionen aus dem Projekt zurückgezogen hatte. Es gilt aufgrund seiner gewaltigen Reserven als einer der Supergiganten unter den irakischen Ölfeldern.

Rubio rechnet mit Fortsetzung der Iran-Gespräche kommende Woche

US-Außenminister Marco Rubio rechnet zu Beginn der kommenden Woche mit einer neuen Verhandlungsrunde mit dem Iran. Rubio sagte am Mittwoch am Rande eines Besuchs in Kuwait, die technischen Gespräche würden seines Wissens am Montag oder Dienstag wiederaufgenommen. Die US-Delegation fahre dann zurück in die Schweiz. Nach einer ersten Verhandlungsrunde hatten die USA und der Iran am Montag von Fortschritten gesprochen. Washington und Teheran hatten vergangenen Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Phase von 60 Tagen für Verhandlungen über eine Friedenslösung vorsieht. Dabei geht es auch um das iranische Atomprogramm. Rubio stellte den Partnerländern in der Golfregion in Aussicht, sie in Gespräche über jede Entscheidung einzubeziehen, die im Zusammenhang mit diesen Verhandlungen getroffen wird.

Waffenruhe im Libanon hält weitgehend trotz Verstößen

Die Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah wird trotz gemeldeter Verstöße weitgehend eingehalten. Die israelische Armee griff am Mittwoch nach eigenen Angaben zum zweiten Mal binnen weniger Stunden mutmaßliche Mitglieder der Hisbollah-Miliz in dem von ihr kontrollierten Bereich im Süden des Libanon an. Wenige Stunden zuvor hatte die Armee im Gebiet desselben Gebirgskamms einen Angriff auf zwei bewaffnete Hisbollah-Terroristen vermeldet. Libanesische Staatsmedien berichteten, zwei Menschen seien bei dem Drohnenangriff im Gebiet Nabatije getötet worden. In Washington gehen unterdessen Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern weiter. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam betonte seine Ablehnung der israelischen Militärpräsenz im Südlibanon. Präsident Joseph Aoun betonte, die Gespräche würden unabhängig von den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran fortgesetzt.