Hitze: Fenster auf oder zu? Experten geben die Antwort
Hitze: Fenster auf oder zu? Experten klären auf

Der große Lüftungs-Streit: Fenster auf oder zu bei Hitze?

Wenn die Temperaturen im Sommer auf 35 Grad klettern und drinnen nur 27 Grad herrschen, stellt sich die Frage: Soll man die Fenster öffnen oder besser alles geschlossen halten? Die Meinungen gehen auseinander – von „Dauerlüften“ bis „alles verrammeln“. BILD hat Experten aus verschiedenen Fachbereichen befragt, um endlich Klarheit zu schaffen.

Der Hausarzt: Morgens und abends lüften

Dr. Thomas Aßmann, Landarzt aus Lindlar (NRW), empfiehlt: „Lüften Sie morgens zwischen 6 und 7 Uhr sowie abends zwischen 21 und 22 Uhr. Öffnen Sie die Fenster für maximal 30 Minuten, schließen Sie sie dann und verdunkeln Sie die Räume. Wenn es nachts deutlich abkühlt, können die Fenster auch dauerhaft geöffnet bleiben – Pollenallergiker sollten jedoch darauf verzichten.“

Der Bundesarzt vom DRK: Luftfeuchtigkeit senken

DRK-Bundesarzt Professor Dr. Bernd Böttiger rät: „Halten Sie Wohnräume möglichst kühl und lüften Sie am Abend oder in der Früh gut durch. In kleineren Wohnungen, die tagsüber genutzt werden, ist es trotz Hitze ratsam, immer wieder zu lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Wenn sich tagsüber niemand oder nur kurzzeitig jemand in der Wohnung aufhält, bleiben Fenster, Türen, Vorhänge und Rollläden besser dauerhaft geschlossen.“

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Der Wetterexperte: Keine passive Sterbehilfe

Jörg Kachelmann warnt in einem Interview mit BILD: „Alles zu verrammeln ist passive Sterbehilfe. In einem kleinen Raum ohne Luftbewegung atmet man schnell auf 100 Prozent Luftfeuchtigkeit hoch. Ältere Menschen duschen, baden oder kochen – das produziert viel Wasserdampf. Lüften ist überlebenswichtig.“

Der Bauexperte: Nachts und frühmorgens lüften

Prof. Hartwig Künzel vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik erklärt: „Öffnen Sie die Fenster immer dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen.“ An heißen Sommertagen ist das meist nur nachts und am frühen Morgen der Fall. Bei Altbauten bestehe im Winter ein höheres Schimmelrisiko, im Sommer sei der Unterschied zu Neubauten geringer. Neubauten kühlen nach langen Hitzeperioden langsamer ab, daher sei Nachtlüften besonders wichtig.

Der Energieberater: Auch tagsüber kurz lüften

Christian Reher, Dipl.-Ingenieur und Energieberater, betont: „Ganz ohne Lüften geht es auch tagsüber nicht. CO₂ und Schadstoffe müssen raus, frische Luft muss rein. Luftbewegung kühlt zudem, weil Schweiß auf der Haut besser verdunstet.“

Das Umweltbundesamt: Beschattung nutzen

Das Umweltbundesamt rät auf seiner Website: „Lüften Sie nachts und frühmorgens. Räume, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten durch außenliegende Beschattung wie Rollläden verschattet werden – diese sind wirksamer als innenliegende Vorhänge.“

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