Hitze in Berlin: Mini-WM abgesagt, Bäder öffnen, Blutspenden knapp
Hitze in Berlin: Mini-WM abgesagt, Bäder öffnen

Hitzewelle erreicht Berlin: Temperaturen bis 40 Grad erwartet

Nach einem angenehmen Wochenstart klettern die Temperaturen in Berlin und Brandenburg laut Meteorologen am Mittwoch auf bis zu 34 Grad. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in dieser Woche täglich mit neuen Spitzenwerten. Den Höhepunkt der Hitzewelle erwarten die Meteorologen am Wochenende mit bis zu 40 Grad in der Region. Zum Vergleich: Der bisherige Hitzerekord für Berlin wurde 2019 in Tempelhof mit 38,5 Grad gemessen.

In Brandenburg steigt die Waldbrandgefahr, in der Hauptstadt sind vulnerable Gruppen wie Senioren oder kleine Kinder besonders gefährdet. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick: Die technischen Probleme im Columbiabad und im Prinzenbad sind behoben, beide öffnen am Mittwoch wieder. Die Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp, weil bei Hitze weniger Menschen spenden. Für Senioren sind die hohen Temperaturen besonders gefährlich – ein Hilfetelefon bietet Tipps und Unterstützung an.

Mini-WM für Kinder in Hellersdorf abgesagt

Wegen der extremen Hitze am Wochenende fällt die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder am Samstag aus. Angesichts der hohen Temperaturen sehe man keine verantwortbare Möglichkeit, das Turnier wie geplant durchzuführen, teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land mit. Diese Entscheidung hätten der gastgebende Verein Eintracht Mahlsdorf und die Partner der Mini-WM, die Stadt und Land sowie die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal, gemeinsam getroffen.

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Bei dem Turnier sollten am Samstag 48 Teams aus Berlin und Brandenburg gemäß dem Spielplan der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko stellvertretend für die „großen“ Nationalmannschaften antreten. Auch ein Verein aus Köln wollte dafür anreisen. „Die Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen. Die Vorfreude bei den Kindern, ihren Familien sowie allen Beteiligten war spürbar groß – umso schwerer wiegt dieser Schritt“, teilte die Stadt und Land mit. Die Sicherheit der Teilnehmenden habe aber höchste Priorität. Derzeit werde über einen Ersatztermin beraten. Dass die Mini-WM zeitnah nachgeholt werden kann, sei wegen der anstehenden Sommerferien und des organisatorischen Aufwands aber nicht realistisch, hieß es.

Hitzewellen im Juni häufen sich

Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad, teils sogar über 35 Grad, gebe es eigentlich eher im Juli oder August, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran.“ Die lange Sonnenscheindauer mache es unangenehmer, weil sie die Abkühlung nachts mindere. „Wenn wir im August diese Hitzewellen haben, dann geht die Sonne ja schon ein bisschen früher unter, das macht sich dann abends schon um 18 Uhr ein bisschen bemerkbar“, sagte Rubach.

Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich an den Berliner Juni-Hitzerekord von 2019 herankommen, als 38,5 Grad in Tegel gemessen wurden. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Rubach mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich ihm zufolge in den letzten Jahren.

Columbiabad und Prinzenbad öffnen am Mittwoch wieder

Rechtzeitig vor dem sehr heißen Wochenende öffnet früher als erwartet auch das Berliner Columbiabad in Neukölln wieder. Die technischen Probleme seien behoben und das große Bad gehe an diesem Mittwoch an den Start, teilten die Bäder-Betriebe mit. Zuletzt war der 3. Juli als Eröffnungstag angegeben worden. Mit einer engen Kooperation und Kommunikation mit dem Bezirksamt Neukölln hätten technische und formale Prüfungen beschleunigt werden können, hieß es. Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial hätten zu der Verzögerung beim Saisonstart geführt. Nun habe das Gesundheitsamt des Bezirks nach zwei Prüfungen grünes Licht für den Betrieb gegeben.

Behoben ist auch der technische Schaden im Kreuzberger Freibad Prinzenbad: Das Bad öffnete ab dem heutigen Vormittag wieder komplett. Für beide Bäder wurde gegen 16.30 Uhr online eine mittlere Auslastung angezeigt.

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Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich nach Angaben der Hilfsorganisation auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Dienstag in Berlin mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Daher werde zum Blutspenden aufgerufen.

Gerade in den Anfang Juli beginnenden Sommerferien fehlten viele Stammspenderinnen und Stammspender, hieß es. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag. Blut zu spenden sei auch an sehr heißen Tagen möglich, hieß es. Die tägliche Trinkmenge sollte jedoch auf rund drei Liter erhöht werden. Gleichzeitig sollten längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne vermieden werden. Blut werde etwa nach Unfällen, bei Operationen, Geburten und in der Krebstherapie benötigt, hieß es. Blutpräparate könnten jedoch nicht künstlich hergestellt werden und seien nur begrenzt haltbar.

Berliner Telefonservice warnt Senioren vor Extremwetter

Mit einem neuen Wetter-Service will der Verein Silbernetz ältere Menschen in Berlin besser vor den Folgen von Extremwetter schützen. Über ein Infotelefon werden Nutzer automatisch informiert, wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Hitze, Sturm oder Glatteis warnt. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren.

Der Service eigne sich besonders für Menschen ohne Internetzugang, sagte Silbernetz-Sprecherin Amira Mahdi. Ältere Menschen können sich telefonisch für den Service anmelden und bekommen über das Telefon auch Verhaltenstipps, etwa zum Schutz vor Hitze, zu kühlen Aufenthaltsorten oder zur sicheren Lagerung von Medikamenten. Bei Bedarf vermittelt Silbernetz zudem praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche, etwa für Einkäufe oder die Besorgung von Medikamenten. Für den Ausbau des Services sucht der Verein derzeit weitere ehrenamtliche Helfer. Das Angebot ist kostenfrei und wird von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert. Anmeldungen sind über das Infotelefon möglich.