Hitzewelle: 5 Experten-Tipps für heiße Tage – Von Kleidung bis Salbei
Hitzewelle: 5 Tipps vom Experten für heiße Tage

Die Temperaturen klettern, der Schweiß läuft: In Zeiten des Klimawandels wird es zunehmend heiß. Doch mit cleveren Tricks und überraschenden Mitteln lässt sich die Hitze besser ertragen. Dermatologe Professor Peter Elsner von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und die Berliner Dermatologin Dr. Yael Adler geben fünf praktische Ratschläge.

Warum Schwitzen lebenswichtig ist

Schwitzen ist etwas Gutes, erklärt Professor Elsner. Der Körper reguliert auf diese Weise seine Temperatur – denn das Fenster, in dem sich die Körpertemperatur bewegen muss, ist eng. „Ab 42 Grad Celsius wird es lebensbedrohlich“, sagt Elsner. An einem warmen Tag sondert der Mensch literweise Schweiß ab. Diese salzhaltige Flüssigkeit verdunstet auf der Haut und erzeugt Verdunstungskälte. Zunächst öffnen sich die Gefäße in der Haut, reicht das nicht, werden die Schweißdrüsen aktiviert.

1. Weite Kleidung für bessere Kühlung

Der bekleidete Mensch ist evolutionär nicht vorgesehen. Eng anliegende Kleidung vermindert den kühlenden Effekt des Schweißes. „Damit das nicht passiert, ist es so wichtig, bei warmen Temperaturen weite Kleidung zu tragen, die nach außen durchlässig ist“, sagt Elsner. Baumwolle und Leinen bieten sich an, ebenso Funktionskleidung aus Mikrofasern, die unter Sportlern beliebt, aber wegen ihrer Umweltbilanz umstritten ist. Wichtig sei auch, dass Kleidung nicht nass am Körper klebt, denn das verhindere die Kühlung. Auch nackt schlafen ist keine gute Idee, so Dr. Yael Adler: „Liegt Haut auf Haut, zum Beispiel die Schenkel, wird es warm und schwitzig. Ein leichter, lockerer Baumwollstoff in dieser Region ist für heiße Nächte super.“

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2. Deo im Sommer: Antitranspirantien versus aluminiumfreie Deos

Deos, die die Schweißdrüsen verstopfen – sogenannte Antitranspirantien – sind laut Elsner kein Problem für die Temperaturregulation. Sie reduzieren die Schweißabsonderung unter den Achseln, „aber der Achselbereich trägt aufgrund seiner kleinen Fläche zur Abkühlung wenig bei, anders als zum Beispiel der Rücken“. Wer Gerüche unterdrücken will, kann auf Deos ohne Antitranspirant-Wirkstoffe zurückgreifen, erkennbar an Aufdrucken wie „0% Aluminium“. Diese stoppen nicht die Schweißproduktion, aber bekämpfen mit Alkohol die Bakterien, die den Schweiß zersetzen. Frischer Schweiß riecht neutral. Ganz geruchsneutral bleiben die Achseln aber nicht. In einem Test der Zeitschrift „Öko-Test“ erschnüffelten die Prüfer bei den meisten der 52 Roller nach 24 Stunden einen „wahrnehmbaren“ Schweißgeruch, nach 48 Stunden einen „starken“ Geruch – auch bei „sehr gut“ getesteten Produkten. Mit der Note „sehr gut“ schnitten unter anderem „Balea Deodorant Sweet Sunshine 0% Aluminium“ von dm und „Cien Pure Freshness 48h Roll-on Deodorant“ von Lidl ab, beide für 50 Cent pro 50 ml, sowie „Alterra Deo Roll-on 48h Active“ von Rossmann für 2,79 Euro/50 ml.

3. Lauwarme Getränke entlasten den Körper

Neben Kleidung und Deo gibt es weitere Kniffe. Die richtige Temperatur der Getränke ist entscheidend: Lauwarm wird besser vertragen als eisgekühlt. Denn der Körper muss kalte Flüssigkeit erst aufheizen, was Energie kostet und Schweiß produziert. Außerdem reagiere der Körper auf Kaltes oft mit Bauchkrämpfen, sagt Dr. Yael Adler. „Das behindert die Aufnahme von Flüssigkeit über den Darm. Wärmere Getränke werden durch ihren gefäßerweiternden Effekt schneller in den Kreislauf aufgenommen.“ Gleiches gilt für die Dusche: Das Wasser kann kühl oder lauwarm sein, aber nicht kalt.

4. Leichte Ernährung reduziert Schwitzen

Über die Ernährung lässt sich die Schweißproduktion regulieren. Wer sich die Schweißperlen auf der Stirn ersparen will, sollte auf Scharfes und schwere Kost verzichten. „Auch von schwerer Kost sollte man die Finger lassen, weil sie dem Körper wieder Arbeit beschert“, sagt Adler, „aber das sagt einem oft ja schon die Körperintelligenz. Lust auf Warmes, Fettiges haben wenige Menschen bei 30 Grad.“ Ein gesunder Salat an heißen Tagen bestehe aus Wassermelone und Schafskäse. „Über die Melone holen Sie sich verlorene Flüssigkeit zurück und im Schafskäse ist Salz enthalten, das der Körper beim Schwitzen ebenso verliert.“

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5. Salbei stoppt Schwitzen auf natürliche Weise

Ein Tipp aus der Küche: „Salbei in verschiedenen Formen“, sagt Adler. Als Tee, Bad oder Extrakt. Ein Salbeifußbad wirke gegen Käsefüße. Die ätherischen Öle hemmen die Nervenübertragung an den Schweißdrüsen auf natürliche Weise. Der Pflanze wird eine ähnlich schweißhemmende Wirkung zugeschrieben wie dem Nervengift Botox. Für jene ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, die unter krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose) leiden, ist die Injektion von Botox eine Therapie-Möglichkeit. Dieser Artikel wurde erstmals im April 2023 veröffentlicht.