Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt vor extrem hohen UV-Indexwerten während der aktuellen Hitzewelle in Deutschland. Am Mittwoch und Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet: In Norddeutschland bis 8, in Mitteldeutschland bis 9, in Süddeutschland stellenweise 10 und im Hochgebirge sogar 11 – was als „extrem“ eingestuft wird. Der UV-Index gibt die Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden an.
Hintergrund der hohen UV-Belastung
Laut BfS haben die Sonnenstrahlen derzeit einen kurzen Weg durch die Atmosphäre, zudem ist mit wenig schützendem Ozon über Deutschland zu rechnen. Schon ab einem Indexwert von 3 sei UV-Schutz angebracht. Besonders Kinder müssten geschützt werden: „Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen von Haut und Augen im späteren Leben“, warnt das BfS.
Temperaturen und Wetterentwicklung
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt extreme Hitze im Westen und Südwesten voraus, die sich nach Norden ausbreitet. Im Norden liegen die Höchstwerte bei 27 bis 34 Grad, im Rest des Landes werden 32 bis 39 Grad erwartet. Einzig über dem südlichen Bergland sind vereinzelt kräftige Gewitter möglich, sonst bleibt es heiter und sonnig. Der Hitzerekord für Juni könnte am Freitag gebrochen werden, wenn die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen, so eine DWD-Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der bisherige Juni-Rekord liegt bei 39,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt). Der absolute Höchstwert wurde am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl registriert.
Gewittergefahr und Unwetterpotenzial
Gleichzeitig steigt die Gewittergefahr. Bereits am Freitag könnte es im Westen und Südwesten gegen Nachmittag und Abend zu einzelnen Schauern und Gewittern kommen. Lokal bestehe Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel. Am Samstag sind im Westen und Nordwesten vereinzelt kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial möglich. Auch im Mittelgebirgsraum schließen die Meteorologen einzelne kräftige bis unwetterartige Gewitter nicht aus. Am Samstag erwartet der DWD Höchstwerte zwischen 35 und 41 Grad, lediglich im äußersten Norden bleibt es etwas angenehmer.
Wassersparen und Verhaltenstipps
Wegen der Hitze ist der Wasserverbrauch vielerorts gestiegen. Versorger und Städte rufen zu sparsamer Nutzung auf. In mehreren Regionen wird davon abgeraten, den Pool zu befüllen oder den Rasen zu bewässern. Kommunale Aufrufe zum Wassersparen gibt es unter anderem in Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Stadtwerke München empfehlen: „Bei diesem Wetter ist viel Trinken ratsam, vor allem Trinkwasser als kalorienfreier Durstlöscher.“



