Indien plant Frauenquote im Parlament ab 2029
Indien plant Frauenquote im Parlament ab 2029

Indien steht vor einem möglicherweise historischen Schritt zur Gleichberechtigung: In einer dreitägigen Sondersitzung des Parlaments wird die Women’s Reservation Bill debattiert. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass ab 2029 33 Prozent der Sitze im nationalen Parlament (Lok Sabha) sowie in den Parlamenten der Bundesstaaten für Frauen reserviert werden. Derzeit sind Frauen im indischen Parlament deutlich unterrepräsentiert.

Die Regierung von Premierminister Narendra Modi erhofft sich von der Quote nicht nur mehr Kandidatinnen, sondern auch eine Veränderung der politischen Kultur. Parteien müssten gezwungen sein, Frauen systematisch zu fördern und in Wahlkreisen aufzustellen. Zur Debatte wurden über 100 prominente Künstlerinnen eingeladen, um ein gesellschaftliches Signal zu setzen.

Das Vorhaben ist jedoch umstritten. Indischen Medienberichten zufolge soll die Abstimmung über die Frauenquote mit einer zweiten Abstimmung verknüpft werden: einer möglichen Erweiterung der Lok Sabha von 543 auf 850 Sitze und einer damit verbundenen Neuziehung der Wahlkreisgrenzen (Gerrymandering). Die Opposition und Regierungen mehrerer südindischer Bundesstaaten warnen, dass eine bevölkerungsbasierte Neuaufteilung den Einfluss des Südens schmälern könnte.

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Ein hochrangiger Regierungsvertreter widersprach dieser Befürchtung in der Zeitung „The Hindu“. Er versicherte, dass im Falle einer Erweiterung alle Bundesstaaten 50 Prozent zusätzliche Sitze erhielten und die Proportionen unverändert blieben. Dennoch kündigte das Oppositionsbündnis an, gegen die Frauenquote zu stimmen.

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