Leserbrief: Ein Vorschlag zur Umbenennung des Hindenburgdamms
Vielen Dank für den aktuellen Artikel zum Hindenburgdamm. Als langjährige Anwohnerin dieser Straße begrüße ich die öffentliche Debatte über eine mögliche Umbenennung sehr. Die derzeitige Namensgebung nach Paul von Hindenburg, einem bekennenden Antidemokraten und Wegbereiter des nationalsozialistischen Regimes, ist aus meiner Sicht absolut fehl am Platz und nicht mehr zeitgemäß.
Ein lokal verankertes Vorbild für den Rechtsstaat
Ich fände es gut und wichtig, an dieser Stelle eine lokal verortete Persönlichkeit zu ehren, die sich in herausragender Weise für den heutigen Rechtsstaat stark gemacht hat. Mein konkreter Vorschlag wäre, die Straße nach Jutta Limbach zu benennen. Sie besuchte in Lichterfelde das Goethe-Gymnasium, war später Professorin an der Freien Universität Berlin, amtierte als Justizsenatorin in Berlin und wurde schließlich als erste Frau an die Spitze des Bundesverfassungsgerichts berufen.
Jutta Limbach genoss bundesweit hohes Ansehen und leitete nach ihrer Richterinnentätigkeit die Kommission zur Rückgabe von NS-Raubkunst. Sie war eine beeindruckende Frau mit einer bemerkenswerten Lebensleistung, die sowohl Berlin als auch der gesamten Bundesrepublik Deutschland gedient hat. Eine Umbenennung nach ihr würde ein starkes Zeichen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit setzen.
Hintergrund der Debatte
Der Hindenburgdamm in Berlin-Steglitz ist nach Paul von Hindenburg benannt, der als Reichspräsident maßgeblich zur Machtübergabe an Adolf Hitler beitrug. In den letzten Jahren mehren sich die Stimmen, die eine Umbenennung fordern, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu wahren und demokratische Werte zu betonen. Die Leserin, die selbst in der Straße wohnt, sieht in Jutta Limbach eine ideale Namensgeberin, die lokal verwurzelt ist und gleichzeitig überregionale Bedeutung hat.
Der Vorschlag reiht sich ein in eine bundesweite Diskussion über die Umbenennung von Straßen, die nach belasteten Persönlichkeiten benannt sind. In Berlin wurden bereits mehrere Straßen umgewidmet, etwa in Gedenken an Widerstandskämpfer oder Vertreter der Weimarer Republik.



