Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat in seinem Bistum die Segnung homosexueller Paare erlaubt. Grundlage ist die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“, die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der Katholiken verabschiedet wurde. In einem Schreiben an die Seelsorger bezeichnet Marx diese Handreichung als „Grundlage pastoralen Handelns“.
Die Handreichung nennt neben Homosexuellen auch Geschiedene und Wiederverheiratete sowie Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen als Gruppen, die Segnungen erhalten dürfen. „Die Kirche bringt Paaren, die in Liebe verbunden sind, Anerkennung entgegen und bietet ihnen Begleitung an“, heißt es darin. Die Praxis ist unter konservativen Katholiken umstritten, steht aber laut Bischofskonferenz im Einklang mit dem Vatikan und dem damaligen Papst Franziskus.
Der Vatikan hatte 2023 die Segnung homosexueller Paare erlaubt, dabei aber eine Verwechslung mit dem Sakrament der Ehe ausgeschlossen. Der nun amtierende Papst Leo XIV. sprach sich im vergangenen September gegen eine Änderung der kirchlichen Sexuallehre und gegen Segensfeiern für Homosexuelle aus. Die Deutsche Bischofskonferenz hält trotz dieser Rüge an ihrem Kurs fest.



