Klimaangst: Psychologen über gesunde Angst und Umgang mit Klimakrise
Klimaangst: Psychologen über gesunde Angst

Angesichts der Klimakrise leiden immer mehr Menschen unter Angstzuständen und Schlafstörungen. Zwei Psychologen erklären im Interview, warum diese Angst gesund ist und wie man lernen kann, mit ihr umzugehen.

Angst als gesunde Reaktion auf die Klimakrise

„Es ist gesund, Angst zu haben“, betont der Therapeut. Die Klimakrise sei eine reale Bedrohung, und die emotionale Reaktion darauf sei völlig normal. Viele Menschen, die unter Klimaangst leiden, berichten von nächtlichem Grübeln und Schlaflosigkeit, insbesondere bei hohen Temperaturen.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 geben rund 60 Prozent der jungen Erwachsenen an, sich wegen des Klimawandels Sorgen zu machen. Die Psychologen sehen darin zunächst ein positives Zeichen: „Angst mobilisiert und kann zu Handlungen führen. Sie wird erst problematisch, wenn sie lähmt.“

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Umgang mit Klimaangst: Praktische Tipps

Die Therapeuten empfehlen, die Angst nicht zu verdrängen, sondern aktiv zu gestalten. Dazu gehöre, sich über die Klimakrise zu informieren, aber auch bewusst Pausen einzulegen. „Setzen Sie sich Grenzen beim Nachrichten- und Social-Media-Konsum“, rät einer der Psychologen.

Zudem sei es hilfreich, konkrete Handlungsschritte zu unternehmen – etwa im Alltag CO₂ zu sparen oder sich in Umweltinitiativen zu engagieren. „Das Gefühl der Handlungsfähigkeit reduziert die Angst“, so der Experte. Auch Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen könnten helfen, die nächtliche Unruhe zu lindern.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Wenn die Angst den Alltag dominiere oder zu anhaltenden Schlafstörungen führe, sei eine Psychotherapie ratsam. „Dann sprechen wir von einer Angststörung, die behandelt werden sollte“, erklären die Psychologen. In solchen Fällen könne eine kognitive Verhaltenstherapie helfen, die Gedankenspiralen zu durchbrechen.

Die Therapeuten betonen abschließend, dass die Klimakrise eine kollektive Herausforderung sei, die auch kollektive Lösungen erfordere. „Jeder Einzelne kann etwas tun, aber die Verantwortung liegt auch bei Politik und Wirtschaft. Das Bewusstsein dafür hilft, die Last zu teilen.“

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